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Runder Tisch diskutiert über Schulgesundheitsfachkräfte in NRW

Auf Initiative der Universität Siegen prüft eine Projektgruppe den Einsatz sogenannter Schulgesundheitsfachkräfte in NRW.

Wer gesund ist, hat bessere Bildungschancen. Stürzt ein Kind auf dem Schulhof, führt der Weg ins Sekretariat, wo es eine Erstversorgung in Form von Pflastern und Trost gibt. Stellt eine Lehrkraft bei einem Kind eine Hör- oder Sehschwäche fest, so können die Eltern zwar darauf hingewiesen werden. Häufig bleibt es aber bei Empfehlungen, weil schlicht die Zeit für tiefergehende Gespräche fehlt und Lehrkräfte Eltern lediglich beraten können. In Brandenburg werden daher im Rahmen eines Modellprojektes seit 2016 sogenannte Schulgesundheitsfachkräfte eingesetzt – examinierte Krankenpflegekräfte, die eine entsprechende Fortbildung durchlaufen haben. Hessen und Schleswig-Holstein sind dem Brandenburger Beispiel gefolgt. „Wir tun nicht gut daran, immer mehr Aufgaben auf die Lehrkräfte zu übertragen. Wir müssen uns vielmehr die Frage stellen, wie wir die Teams an Schulen multiprofessionell zusammenstellen können“, sagt Prof. Dr. Daniel Mays. Der Erziehungswissenschaftler der Uni Siegen macht sich für eine Umsetzung des Projektes der Schulgesundheitsfachkräfte in Nordrhein-Westfalen stark und hat dafür jetzt einen runden Tisch ins Leben gerufen.

Foto Round Table

Anfang März fand ein erstes Treffen in Siegen statt, an dem unter anderem Heike Reinecke vom Gesundheitsministerium und Thomas Tegethoff vom Schulministerium des Landes Nordrhein-Westfalen teilgenommen haben. „Es geht erst einmal um die generelle Frage, ob wir in NRW die Möglichkeit haben, ein vergleichbares Projekt auf den Weg zu bringen. Auf jeden Fall war eine große Grundmotivation aller Beteiligten zu erkennen“, freute sich Mays über die vielen Zusagen zur Teilnahme an der Expertenrunde. So reiste auch Dr. Silke Pawils, Leiterin der Forschungsgruppe Prävention im Kindes- und Jugendalter am Uniklinikum Hamburg, mit ersten Ideen für eine Implementierung aus der Hansestadt zur Expertenrunde an. Im Rahmen der langjährigen Forschungskooperation zwischen Uni Siegen und Uniklinikum Hamburg entstand die Initiative, die guten Erfahrungen der anderen Bundesländer auch gewinnbringend in NRW umzusetzen.

Gudrun Braksch vom AWO-Bezirksverband Potsdam berichtete von ihren Erfahrungen aus Brandenburg, wo sie Leiterin des Modellprojekts ist. Die Leiterin des Gesundheitsamtes Recklinghausen, Dr. Ulrike Horacek, untermauerte die Notwendigkeit von Schulgesundheitsfachkräften, um Chancengleichheit und Inklusion armer oder chronisch erkrankter Kinder auch in NRW zu verbessern.

Nach dem positiven Verlauf des ersten Treffens wurde für Mai ein weiterer Termin vereinbart. „Es sind noch viele Fragen zu klären“, sagt Prof. Mays. Zum Beispiel, wie umfangreich die Aufgaben der Schulgesundheitsfachkräfte wären, auch in Abgrenzung zu anderen Berufsfeldern in Schulen. Würde es dabei um die Erstversorgung bei Verletzungen, Gesundheitsförderung und Prävention sowie Unterstützung von Kindern mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen gehen, oder würde auch die Lehrergesundheit miteinbezogen? „Letztlich geht es darum, Gesundheitsgerechtigkeit herzustellen. Denn unterschiedliche Startbedingungen gibt es nicht nur in Sachen Bildung“, so Mays.

 

Förder- und Unterstützungsnetzwerk FUN


Unser neues Kooperationsprojekt zum Förder- und Unterstützungsnetzwerk FUN am Fischbacherberg in Siegen ist gestartet - hier finden Sie alle Informationen: http://www.bildung.uni-siegen.de/mitarbeiter/mays/studentische_angelegenheiten/fun.html?lang=de
FUN Flyer
zlb-siegen_pp_bfp-karteikarte-kooperationspartner-fun_01_18_07_31.pdf

AKTUELLE NEUERSCHEINUNG!





Daniel Mays / Stefanie Roos


Prima Klima in der inklusiven Schule

Wie man auch schwierige Beziehungen positiv gestalten kann



LINK ZUM REINHARDT-VERLAG:


http://www.reinhardt-verlag.de/de/titel/53815/Prima_Klima_in_der_inklusiven_Schule/978-3-497-02813-9/#Inhalt


2018. 170 Seiten.




Kurztext

Kinder und Jugendliche brauchen in der Schule Aufmerksamkeit, Hilfe und Ermutigung durch die Lehrkraft – kurz: Sie brauchen Begleitung durch Beziehung. Wenn Beziehungen zentraler Teil des Lernens und der Schule sind, müssen Lehrkräfte wissen, wie sie eine Lehrer-Schüler-Beziehung sowie Beziehungen zu Eltern und KollegInnen professionell aufbauen und stärken können.


Die Autoren zeigen in diesem Ratgeber auf, warum Beziehungsarbeit gerade im Zusammenhang mit Inklusion eine notwendige Schlüsselkompetenz aller Lehrkräfte darstellt und wie diese sukzessive erlernt werden kann. Fallbeispiele und praktische Tipps helfen dem Leser dabei, eine gelungene Lehrer-Schüler-Beziehung in die Praxis umzusetzen.


Neues BMBF – Forschungsprojekt (FKZ: 01NV1709B) gestartet!
Laufzeit: 1.11.2017-30.10.2020

Interprofessionelle kooperative Unterrichtsreihenplanung in der Sekundarstufe I - IKU


In der wissenschaftlichen Debatte wird die Kooperation von Sonderpädagogen und Fachlehrkräften als eine wesentliche Gelingensbedingung für die Entwicklung einer inklusiven Schule identifiziert. Für Lehrpersonen der Sekundarstufen stellt sich in diesem Zusammenhang insbesondere auch die Frage nach Planungsmodellen und Planungskompetenzen, die den Anforderungen an zielgleichen und zieldifferenten Lernsituationen in heterogenen Lerngruppen gerecht werden. Für die Qualifizierung der professionellen Akteure wird im vorliegenden IKU-Projekt auf die professionelle kooperative Unterrichtsreihenplanung durch Sonderpädagogen und Regelschullehrkräfte in der Sekundarstufe I fokussiert.
Dazu wird zunächst auf Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen eine Qualifizierungsmaßnahme konzipiert und mit sechs Planungsteams an insgesamt drei Schulen der Sekundarstufe I durchgeführt. Als Interventionen werden fachliche Inputs, die Erprobung von Planungsmodellen zur binnendifferenzierten und förderdiagnostisch orientierten Reihenplanung sowie Coachings zur Unterrichtsplanung eingebracht. Die Qualifizierung setzt insbesondere auf Wechselwirkungen der fachbezogenen bzw. förderbedarfsspezifischen Expertisen der beteiligten Professionen. Die über insgesamt drei Jahre laufende qualitative Begleitforschung untersucht Veränderungen der kooperativen Planungsprozesse, der kognitiven Planungsskripte der Lehrpersonen sowie ausgewählte Aspekte der Umsetzung der kooperativ erfolgten Planung im Unterricht. Als Forschungsmethoden dienen zur Datenerhebung Interviews, Gruppendiskussionen, Audiomitschnitte von Planungssitzungen sowie Unterrichtsbeobachtungen und zur Auswertung die Inhaltsanalyse und die Dokumentarische Methode. Ziele des Projekts sind die Entwicklung eines evidenzbasierten. Modells der Planungskompetenz für inklusiven Unterricht und eines entsprechenden Qualifizierungskonzepts für Sonder- und Regelschullehrkräfte der Sekundarstufe I.
Laufzeit: 1.11.2017-30.10.2020

 

Erneutes Gratis-Schulungsangebot in Kooperation mit dem Autismus Zentrum in Netphen (Siegen) im SoSe 17


Weitere Informationen finden Sie hier

 

Forschungspartnerschaft zwischen dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und der Universität Siegen auf den Weg gebracht


Ab dem Sommersemester 2017 kooperiert die Forschungsgruppe „Prävention im Kindes- und Jugendalter“ (Leitung: Dr. Silke Pawils) am Institut für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf im Rahmen einer Forschungspartnerschaft mit der Professur für Förderpädagogik mit dem Schwerpunkt Emotionale- und soziale Entwicklung unter der Leitung von Jun.-Prof. Dr. Daniel Mays.

Die Hamburger Forschungsgruppe bearbeitet ein breit gefächertes Themenspektrum der Prävention mit den Schwerpunkten auf Gewalt- und Suchtprävention bis hin zur allgemeinen Gesundheitsförderung. Die Präventionsprojekte beziehen sich meist auf die Zielgruppe von sozial belasteten Kindern und Jugendlichen und werden initiiert, um z.B.  praxisnahe Präventionsmaßnahmen zu erproben, aber auch um eine verbesserte Methodik zur Evaluationsforschung zu entwickeln. Zur Festigung der Partnerschaft werden die beiden Diplom-Psychologinnen Franka Metzner und Michelle Lok-Yan Wichmann den Arbeitsbereich von Jun.-Prof. Dr. Daniel Mays zunächst für ein Jahr verstärken.

Jun.-Prof. Dr. Mays verspricht sich von dieser überregionalen Forschungspartnerschaft neue Impulse für die Weiterentwicklung seines jungen Forscherteams: „Somit ist unser „Multiprofessionelles Team“ fast komplett. Neben der (sonder-)pädagogischen Profession, die durch Lisa Schneider und Holger Zielemanns in der notwendigen Breite hervorragend vertreten ist, wird zum 01.08. auch noch Studienrat Thomas Tigges mit der Lehrbefähigung für die Sekundarstufe I und II mit einer halben Stelle den Arbeitsbereich verstärken. Auf die beginnende Projektentwicklungsphase in diesem Team freue ich mich sehr!“ Auf der Agenda stehen nun Projekte zur entwicklungsproduktiven „Transitionsgestaltung bei Kindern und Jugendlichen mit herausfordernden Verhaltensweisen“ und zum Thema „Migration und Flucht in Schule“!

Link  zur Website

 

AKTUELLE NEUERSCHEINUNG!

von Daniel Mays

 
Kurztext
„Gemeinsam unterrichten
Damit Inklusion im Unterricht gelingt, müssen RegelschullehrerInnen, FörderpädagogInnen, Integrationskräfte und evtl. weitere pädagogische Fachkräfte zusammenarbeiten. Diese Situation ist neu. Wie sie gut gemeistert werden kann und was man dafür wissen muss, zeigt dieses Buch. LehrerInnen und PädagogInnen erfahren, wie Teamarbeit entwickelt und gestaltet werden kann, damit die Inklusion im Unterricht gelingt. Sie erhalten Strategien für eine gute Kommunikation und Abstimmung untereinander, mit SchülerInnen und Eltern. 50 Praxistipps helfen beim Start eines multiprofessionellen Teams, bei der Verteilung der Aufgaben im und außerhalb des Unterrichts und bei der Gestaltung des Unterrichts selbst.“
 

Inhaltsverzeichnis (PDF):

http://www.reinhardt-verlag.de/_pdf_media/inhalt025978.pdf
 

Rezensionen zum Buch: "Wir sind ein Team! Multiprofessionelle Kooperation in der inklusiven Schule“
 
 
„Ohne Umschweife wird beschrieben, wie Lehrkräfte, Förderpädagogen und Integrationskräfte ihre spezifischen Fähigkeiten und Aufgaben in eine gemeinsame Perspektive einbringen, dabei mit Konflikten umgehen, die strukturellen und rechtlichen Rahmenbedingungen bedenken und in fünf Phasen zum Team werden können. – Beeindruckend praxisnahe Anregungen.“ Prof. Dr. Jörg Schlömerkemper (Pädagogik 7-8/2016)
 
„Es ist noch kein Team vom Himmel gefallen – so könnte man das Buch auch betiteln. Ausgehend von einer realistischen Ein­schätzung vom Schulalltag einer inklusiven Schule zeigt der Autor auf, wie  sonderpädagogische Förderung im Team für alle befriedigend geplant und umgesetzt werden kann und welche Unterrichtsmethoden sich dafür eignen. Lehr-und Förderper­sonen verbringen knapp die Hälfte ihrer Arbeitszeit mit Unter­richten, den Rest machen neben der reinen Vorbereitung und Absprache teils komplexe und vielfältige Aufgaben aus, die von einer Lehrperson alleine gar nicht bewältigt werden können. Checklisten zu anfallenden Arbeiten im Unterricht, zu Eltern- und Gremienarbeit und für außerunterrichtliche Tätigkeiten können als Grundlage zur Aufgabenteilung im Team genützt werden. Zum Aufbau einer gemeinsamen Unterrichts- und Feedbackkultur braucht es Vertrauen und viel Zeit - « mindestens ein Schuljahr » – bis die wichtigsten Fragen zu gemein­samen Zielen, Rollen, Werten und pädagogischer Haltung aus­gehandelt sind. Schulleitungen erhalten praktische Hinweise, wie sie mit den Rahmenbedingungen, Strukturen und perso­nellen Ressourcen die Teamfindungsphase konstruktiv unter­stützen können.“
Erika Eichenberger (Basler Schulblatt 04/2016)
 

 

Ausleihmöglichkeit:

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