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Manufaktur Lehrerbildung Berufskolleg (FAKTUR) reflexiv - inklusiv - professionell

(BMBF/Qualitätsoffensive Lehrerbildung: 2020-2023)

Die Lehrerbildung für die berufliche Bildung leidet sowohl unter dem Problem mangelnder Nachfrage als auch mangelnder Qualität. Letzteres zeigt sich u.a. darin, dass das bereits 1996 eingeführte Lernfeldkonzept mit seinem fächerintegrativen Unterricht und neu definiertem Bildungsanspruch (Förderung von Gestaltungskompetenz) bis heute nur sehr unvollständig umgesetzt wird. FAKTUR hat zum Ziel, sowohl dieses Qualitätsproblem als auch das Problem mangelnder Studierendenzahlen dadurch zu reduzieren, dass

  • reale Arbeitsanforderungen an Lehrkräfte in das Zentrum von Modulen gestellt werden, die als Case Studies (vgl. Simons 2009) unter Bearbeitung, Nutzung und Erzeugung wissenschaftlicher Erkenntnis aufgearbeitet werden;
  • ein Lehrerbildungskonzept entsteht, welches sich an der Kernidee des Lernfeldprinzips (über projektorientiertes Handeln zum Gestalten) orientiert und dadurch die Entwicklung von Lehrerprofessionalität durch eine systematische Theorie-Praxis-Verzahnung fördert;
  • durch Case Studies ein völlig neues Lernen mit wissenschaftlichem Anspruch entsteht, welches insbesondere für ingenieurwissenschaftlich sozialisierte FH-Absolvent*innen (aus der NRW-Initiative AGORA) den inhaltlich fassbaren Einstieg in das pädagogische und didaktische Denken der Lehrerprofession ermöglicht; 
  • ein studienbegleitendes Mentoring die Berücksichtigung individueller Studienfortschritte und spezifischer Schwerpunktsetzungen der Studierenden durch individuell angepasste Empfehlungen sichergestellt und
  • so insgesamt die Rekrutierung neuer Zielgruppen zur Behebung des Nachfrageproblems kombiniert wird mit einer Qualitätsverbesserung des Studiums.

FAKTUR setzt damit bei den mit den AGORA-Studienmodellen erfolgreich implementierten Reformen der Universität Siegen für die gewerblich-technischen BK-Lehrerbildung an, indem die dort entwickelten alternativen Zugangswege und Organisationsmodelle nunmehr durch ein entsprechendes inhaltliches Studienkonzept  verstetigt und transferierbar gestaltet werden. In Analogie zu den Lernfeldern orientieren sich Case Studies an konkreten Fragestellungen bzw. Handlungsproblemen der Praxis, die unter Bezugnahme auf wissenschaftliche Erkenntnis und Methodik bearbeitet werden. Fragestellungen bzw. „Probleme“ als inhaltliche Grundlage der Cases werden kollaborativ mit Studierenden und Akteur*innen der beruflichen Bildung entwickelt. Es wird dadurch möglich sein, sowohl aktuellen wie zukünftigen Bedarfen im Kontext von z.B. Migration, Digitalisierung, Hybridisierung begegnen und insofern der basalen Herausforderung nach Inklusion angemessen entsprechen zu können. Case Studies vertiefen als Micro-Teaching-Einheiten, in denen berufsbildungswissenschaftliche und fachdidaktisch gewerblich-technische Expertise aufeinander bezogen werden, das wissenschaftliche Begründungswissen als Grundlage für professionelles pädagogisches Entscheiden und Gestalten.

Das Forschungsprojekt Manufaktur Lehrerbildung Berufskolleg (FAKTUR.) der Universität Siegen wird im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.