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Spannungsverhältnisse in Engagementfeldern. Ein Vergleich zwischen Kirche, Sport, Umweltvereinen und Wohlfahrtsverbänden

DFG-Projekt

Förderzeitraum: 01.10.2019 - 30.09.2022



Engagiert und abgebrochen?

Erzählen Sie uns die Geschichte Ihres freiwilligen Engagements!

 

Wir suchen Menschen, die sich in einer Umweltinitiative (z.B. Protest, Kampagnen, Organisatorisches), im Breitensport (z.B. Training, Betreuung, Schiedsrichter, Organisatorisches) oder in der Kirche (z.B. Verkündung, Katechese, Gremienarbeit) freiwillig engagiert haben und ein Engagement abgebrochen haben (auch wenn sie sich danach an einer anderen Stelle weiter engagierten). Erzählen Sie uns Ihre Geschichte: Wie ist es zu diesem Engagement gekommen? Wie hat es sich nach und nach entwickelt?

Bitte melden Sie sich unter andreas.kewes@uni-siegen.de oder moritz.mueller@uni-siegen.de.

 

Das Forschungsprojekt orientiert sich an einem Befund der internationalen Engagementforschung, wonach sich die Motivation von Engagierten prozesshaft entwickelt: Hat das Engagement einmal begonnen, entwickeln Engagierte im kontinuierlichen Wechselspiel mit dem Kontext des Engagements ihre Motivation weiter. Mit Kontext gemeint sind dabei insbesondere die ausgeübte Tätigkeit selbst, mögliche Mitengagierte, die Organisation und die Interaktion mit möglichen Klient_innen. Unser Forschungsprojekt fragt danach, ob es Engagementfeld-spezifische Dynamiken der Engagemententwicklung gibt.

In einem früheren Forschungsprojekt haben wir Abbruchsprozesse von bürgerschaftlichem Engagement in der Wohlfahrt untersucht (s.  hier). Die Ergebnisse aus diesem Projekt sind der Grund, weswegen wir unsere Fragestellung so formulieren. Wir haben festgestellt, dass Abbrüche im wohlfahrtsstaatlichen Engagement wesentlich durch eine Spannung geprägt sind: Zum einen machen Engagierte im Rahmen ihrer Sorgetätigkeiten oder mit anderen Engagierten besondere Erfahrungen, die sie an das Engagement binden. Zum anderen entwickeln sie Widersprüche zu Praktiken, die sie im Feld beobachten. Diese beiden Spannung erzeugenden Erfahrungstypen wiederum werden maßgeblich durch das Engagementfeld der Wohlfahrt hervorgerufen: Pflege und Hilfe ermöglichen einerseits besondere zwischenmenschliche Beziehungen. Andererseits ist Wohlfahrt durch Ökonomisierung geprägt, die für den Widerspruch und die Ablehnung durch die Engagierten grundlegend ist.
Für das Forschungsprojekt ergibt sich hieraus die Frage, welche Spannungsverhältnisse das bürgerschaftliche Engagement in anderen Feldern kennzeichnet: Welche spezifischen Tätigkeiten ermöglichen Erfahrungen, die an ein Engagement binden? Welche Aspekte des Feldes führen zu Widerspruch? In welcher Weise kann sich der Widerspruch jeweils artikulieren? Gibt es auch feldübergreifende Spannungsphänomene?

Im Forschungsprojekt werden die Engagementfelder Kirche, Umweltvereine und Sport sowohl untereinander als auch mit den bisherigen Ergebnissen aus dem Wohlfahrtsbereich verglichen. Wir haben diese Felder ausgewählt, weil sie erstens ganz unterschiedliche Tätigkeiten beinhalten und zweitens verschiedene Organisationsformen kennen (von kleinen, selbstorganisierten Vereinen bis hin zu großen, eher hierarchischen Organisationen). Insofern erwarten wir ein ausreichend kontrastreiches Datenmaterial. Konkret erheben wir narrative Interviews mit Personen, die ein Engagement in einem der Felder beendet haben, da diese einen Überblick über den gesamten Engagementprozess geben können. Außerdem führen wir Gruppendiskussionen mit Personen durch, die aktuell engagiert sind. Beide Erhebungsformen erlauben uns, auch innerhalb des Engagementfeldes das Wissen der jeweiligen Akteur_innen zu rekonstruieren und zu kontrastieren.