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Jugend in Arbeit - TalentSpace 4.0. : Entwicklung und Erprobung von entwicklungsförderlichen Übergangssettings für junge Flüchtlinge in der Region

In der Region ist die Anzahl an Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Fluchterfahrung, die im Anschluss an die allgemeine Schulpflicht eine Ausbildung beziehungsweise ein Studium aufnehmen oder in eine Erwerbsarbeit einmünden wollen, angestiegen. Aufgrund nicht vergleichbarer, nicht vorliegender und nicht vorhandener Bildungszertifikate gestaltet sich diese Schwelle für die Zielgruppe als besonders risikobehaftet. Zudem erschwert eine aktuelle Anerkennungspraxis, die mit im Bildungssystem der BRD gängigen Bewertungsmaßstäben operiert, eine Wahrnehmung und Zertifizierung tatsächlich vorhandener Potenziale. Hier setzt das Projekt an, indem ein Modus zur Potenzialanalyse (TalentSpace 4.0) im Rahmen einer Berufswahlorientierung für Neuzugewanderte entwickelt und erprobt wird, der an die Ergebnisse des Projektes „Jugend inklusiv im Kreis Olpe“ der ersten regionalen Förderphase der Universität Siegen anschließt.

Aus bildungstheoretischer Sicht kennzeichnet die Gruppe der jungen Menschen mit Fluchterfahrung eine bisher nicht zur Entfaltung gelangte Ressource formaler Bildung, die zudem von migrations- und genderspezifischen Problemlagen überlagert wird. Gleichzeitig führen steigende Anforderungen an das individuelle Arbeitsvermögen in den Arbeitskontexten zu alltäglichen Diskrepanzerfahrungen im Hinblick auf kulturelle und sprachliche Orientierungen. Sozialräumliche Bedingungen werden als Ort der Bewältigung skizzierter individueller und gesellschaftlicher Veränderungsprozesse verstanden, die auf eine entwicklungsförderliche Gestaltung angewiesen sind.

In diesem Sinn wird im Kontext des TalentSpace 4.0 (gemeinsam mit der Zielgruppe Potenziale analysieren, Kompetenzen entwickeln und jenseits von gängigen formalen Bewertungsmaßstäben sichtbar machen) eine innovative und regionale Akteursarena zur Umsetzung eines Talentscoutings aufgebaut. Dabei werden relevante Akteure aus der Region und die Zielgruppe zusammengebracht, um neue Formen der Potenzialanalyse und -allokation im Übergang Schule-Beruf partizipativ zu entwickeln und zu erproben.

Die Forscherinnen führen bisher disziplinär bzw. teildisziplinär gebundene wissenschaftliche und künstlerische Expertise (Erziehungswissenschaft/Berufs- und Wirtschaftspädagogik; Bildende Kunst und ihre Didaktik) der Universität Siegen und ästhetisch-gestalterische und pädagogische Expertise aus den Handlungsfeldern der Projektbeteiligten sowie die technisch-gestalterische Expertise des FabLab Siegen als Unterstützer des Projektes mit dem Erfahrungswissen unterschiedlicher Akteure (Integrationsbeauftragte; GeschäftsführerInnen und Personalverantwortliche aus Unternehmen und Institutionen der Region; etc.) konzeptionell neu zusammen.