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Inklusive, öffentliche Räume in Stadt und Land / Inclusive Public Space in Urban and Rural Regions

Lehrforschungsprojekt mit regelmäßiger Teilnahme von Studierenden der Architektur und der Sozialen Arbeit

Lehrperson: Sabine Meier
Laufzeit: SS 2016 - bis heute

Theoretical frame and research question/
Theoretische Rahmung und Forschungsfragen:

Urbanität ist ohne die Existenz des öffentlichen Stadtraumes kaum vorstellbar. Dieser Raum bedeutet nicht nur Mobilität und Begegnung mit Unbekannten. In ihm kommt auch die Diversität von Lebensstilen, Religionen und Sprachen zum Ausdruck. Im städtischen Alltag funktioniert der öffentliche Stadtraum zunächst als Ort sozialer Inklusion, weil er für alle Bewohner und Bewohnerinnen, Pendler, Touristen usw. zugänglich ist. Diese bedingungslose Zugänglichkeit und das alltägliche Mit- und Nebeneinander diverser, sozialer Atmosphären sind notwendiger Bestandteil des urbanen Zusammenlebens (Häußermann & Siebel 1987, Behrens et al. 2015).

Schaut man jedoch genauer hin, erkennt man, dass der sozial inklusive, öffentliche Raum unter Druck steht. Studien über europäische und US-amerikanische Städte zeigen, dass der öffentliche Stadtraum schon seit einigen Jahrzehnten tendenziell kommerzialisiert und privatisiert wird (Jackson & Thrift 1995, Hannigan 1998, Ingram & Reisenleitner 2005). Nicht zuletzt, um seine Verwertbarkeit zu steigern. Kommerzialisierung und Privatisierung von ehemals öffentlichen Räumen verringern die Chance auf Zugang und bedingungslosen Aufenthalt für Alle. Zugleich üben beide Entwicklungen bis zu einem gewissen Grad Einfluss auf jene sozialen Situationen aus, die dort entstehen. Denn sie schaffen die strukturelle Voraussetzung für die institutionalisierten Rahmenbedingungen, die an diesen Orten gelten (wie Nutzerverordnungen, Verwaltungsformen, soziale Kontrollmöglichkeiten, räumliche Gestaltung usw.).

Zusätzlich, aber völlig unabhängig davon, ist eine relativ neue Rahmenbedingung entstanden, die soziale Situationen im öffentlichen Stadtraum beeinflussen. Die face-to-face Interaktion vor Ort wird durch die digitale Kommunikation mit Anderen, die nicht physisch anwesend sind, ergänzt und überlagert (BBSR 2015). Diese Entwicklung betrifft zunächst soziale Interaktionen in privaten, öffentlichen oder privatisierten öffentlichen Räumen gleichermaßen. Doch im Hinblick auf eine zunehmende Kommerzialisierung und Privatisierung öffentlicher Räume, ist es besonders interessant, die Folgen digitaler Kommunikation für soziale Situationen dort zu analysieren.

Publications/
Veröffentlichungen:

2018, Inklusive öffentliche Räume in Stadt und Land: Zwei Praxisbeispiele aus den Niederlanden, in: Bertelsmann Stiftung & Das Progressive Zentrum (Hrsg.) Soziale Marktwirtschaft: All inclusive? Band 1 Öffentliche Räume, Gütersloh, Bertelsmann Stiftung Verlag, S.116-128.
2018, Third Places. Orte sozialer Inklusion im Kontext digitaler Kommunikation und Kommerzialisierung öffentlicher Räume , in: Berding, N. & W.-D. Bukow, K. Cudak, Die kompakte Stadt der Zukunft. Auf dem Weg zu einer inklusiven und nachhaltigen Stadtgesellschaft, Springer VS, S.127-139.
2017, Was evoziert Kunst in öffentlichen Räumen? Methodologische Überlegungen zu Transformation von sozialräumlicher Bedeutung, Atmosphäre und performativer Urbanität, in: Gerland, J., Kultur. Inklusion. Forschung, Verlag Juventa/Beltz, Weinheim, 159-167 (co-author K. Schlenker).
2017, Third Places. Öffentliche Räume als Begegnungsort mit dem Unbekannten, in: POLAR. Politik, Theorie, Alltag, Themanummer: In der Blase. Zukunft der Öffentlichkeit, jg. 22, Frühjahr 2017, 9 - 13.

Thesis Papers and public debate/
Thesenpapier und Debatte:

2018, Inklusives Wachstum! Für eine neue Verbindung von zukunftsgerichteter Produktivität und sozialer Teilhabe, Thesenpapier, Bertelsmann Stiftung/Das Progressive Zentrum, Berlin. (co authors Falkner, T., Gohl, C., Goldschmidt, N., Hertin, J., Schäfer, M., Schroeder, W. & Siller, P.).
2017, Debatte über inklusive öffentliche Stadträume und digitale Räume “Was ist die grüne Erzählung? (5/6): Welches Echo? Welche Fakten? Welche Gefühle?” Konferenz der Heinrich-Böll Stiftung: (Un-)Sicherheiten in der offenen Gesellschaft, Berlin, 25. März.
2017, Was macht einen Stadtraum zum öffentlichen Raum? Aufnahme im Rahmen der Debatte " Was ist die grüne Erzählung? (5/6): Welches Echo? Welche Fakten? Welche Gefühle?”
2016, Inklusive öffentliche Räume. Stadtsoziologische Perspektiven, Vortrag für Diskussionsrunde ´Inclusive Growth´, Bertelsmann Stiftung und Das Progressive Zentrum Berlin, 23. Juni

Lectures/Conference Papers/
Vorträge:

2018, Veränderung öffentlicher, kleinstädtischer (Sozial)Räume durch die Zuwanderung von geflüchteten Menschen?, Informelles Netzwerk Kleinstadtforschung, Berlin, BBR-Ernst Reuter Haus, 14. September.
2016, Education as Third Place? Towards multi-dimensional urban spaces offering education, gathering and consumption , Lecture, International Workshop on Interlacings between Urban Development and Education, TU Berlin, 19. September.
2016, Urbanität in Stadt und Land - Herausforderungen und Entwicklungs-perspektiven, Vortrag, Tagung des ForschungsKolleg (FoKos) ´The Inclusive and Sustainable City´, Siegen, 23. September.