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Jugendkriminalität in der "Sattelzeit" | DFG-Projekt

Förderzeitraum: 01.09.2021 - 31.08.2024


Projektbeschreibung

Das Projekt zielt darauf ab, die Konzeptualisierung von Jugendkriminalität während der sog. "Sattelzeit" gegen Ende des 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu erschließen. Es wird davon ausgegangen, dass sich in dieser Zeit eine grundlegende Transformation der Art und Weise ergab, wie Jugendkriminalität verstanden wurde und bearbeitet werden sollte. Konkret sollen die folgenden Fragen adressiert werden:

  1. Wird Jugendkriminalität in den analysierten Quellen gegenüber der insbesondere Erwachsenen zugeschriebenen Kriminalität eine eigenständige Qualität attestiert?
  2. Welche Begründungen der Delinquenz junger Menschen werden kommuniziert?
  3. Welche Reaktionen auf Delinquenz werden postuliert und mit welchen Zielen werden diese Maßnahmen verbunden?

Diese Fragen sollen durch drei Arten von Quellen rekonstruiert werden: Kommunikation im Umfeld des ersten Preußischen Kultusministeriums seit 1825, Policey-Ordnungen sowie öffentliche Debatten in Zeitungen. Die Rekonstruktion wird damit bewusst auf den politisch-administrativen und öffentlichen Diskurs eingegrenzt. Analysen aus den drei Quellenarten werden zusammengeführt, um in einer differenzierten Synopse ein komplexes Bild von Jugendkriminalität im genannten Zeitraum zu erschließen. Die Projektziele schließen einen Fokus darauf ein, wie Jugend prinzipiell konzipiert wurde und wie besondere Maßnahmen von Hilfe und Erziehung bei Jugendlichen begründet wurden, die der Delinquenz beschuldigt wurden. Mit dem Fokus auf Jugendkriminalität kann das Projekt deshalb einen wichtigen Beitrag nicht nur zur historischen Kriminalitätsforschung, sondern auch zur historischen Jugendforschung sowie zudem zur historischen Sozialpädagogik leisten.


Team


Projektbezogene Publikationen

  • Dollinger, B., 2020: Problemgeschichten. Implikationen einer narrativen Konzeptualisierung und Analyse sozialer Probleme. In: Soziale Probleme. 31. Jg.
  • Dollinger, B., 2020: Changing Narratives of Youth Crime: From Social Causes to Threats to the Social. London.
  • Dollinger, B., 2019: Hilfe als Konditionalprogramm: Eine Systematisierung sozialer Kontrolle als Kernaufgabe Sozialer Arbeit. In: Kriminologisches Journal. 51. Jg. S. 7-23.
  • Dollinger, B., 2019: Help wanted? A narrative look at penal welfarism ‘from below’. In: Youth Justice. 19. Jg. S. 120-136.
  • Dollinger, B., 2018: Subjects in criminality discourse: On the narrative positioning of young defendants. In: Punishment & Society. 20. Jg. S. 477-497.
  • Dollinger, B./Schmidt-Semisch, H., 2018 (Hg.): Handbuch Jugendkriminalität. 3. Aufl. Wiesbaden.
  • Dollinger, B./Lampe, D./Rudolph, M./Schmidt-Semisch, H., 2017: Maneuvering with Crime. An Empirical Reconstruction of “Populist” Stances on Youth Crime in German Parliamentary Debates. In: European Journal on Criminal Policy and Research. 2017. 23. Jg. S. 193-210.
  • Dollinger, B./Rudolph, M., 2016: Der „Kampf“ gegen Jugendkriminalität im historischen Wandel: Vom Schutz junger Menschen zur Aufwertung gesellschaftlicher Sicherheitserwartungen. In: Zeitschrift für Diskursforschung. 4. Jg. S. 51-70.
  • Dollinger, B./Schabdach, M., 2012: Soziale Arbeit und die „Policey“. In: Zeitschrift für Sozialpädagogik. 10. Jg. S. 227-243.
  • Dollinger, B./Heppchen, S., 2019: Narratives of Conviction and the Re-Storying of ‘Offenders’. In: J. Fleetwood/L. Presser/S. Sandberg/T. Ugelvik (Hg.): Emerald Handbook of Narrative Criminology. Bingley. S. 303-320.

 

 
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