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Inszenierungen von Kriminalität: Gangsta-Rap in interaktiven Identitätspraktiken Jugendlicher

Teilprojekt des DFG-Sonderforschungsbereichs "Transformationen des Populären"

 

Förderzeitraum: 01.01.2021 - 31.12.2024


Projektbeschreibung

Das Teilprojekt unterzieht die für den DFG-SFB 1472 "Transformationen des Populären" zentrale Annahme einer sich selbst legitimierenden Popularität einer empirischen Analyse. Gangsta-Rap findet bei Jugendlichen umfangreiche Beachtung und wird zugleich öffentlich und zum Teil rechtlich diskreditiert. Das Teilprojekt nutzt diese Ausgangslage, um zu analysieren, wie Jugendliche Gangsta-Rap als ästhetische Praxis nutzen, dies insbesondere mit Fokus auf die interaktive Inszenierung ihrer Identität im Rahmen sozialer Bezüge. Drei Fragestellungen werden adressiert:

  1. Welche interaktiven Praktiken zeigen Jugendliche, indem sie semantisch und ästhetisch-stilistisch Bezug auf Gangsta-Rap nehmen?
  2. Welche Relevanz kommt der Nutzung populärer Semantiken und Stilisierungen von Kriminalität und ggf. weiterer Dimensionen von Normverletzungen im Zeitverlauf zu?
  3. In welcher Weise werden Szenezugehörigkeiten durch Semantiken und Stile des Gangsta-Rap prozessiert, dies auch in digitaler Kommunikation?

Die drei Fragen beziehen sich auf individuelle Handlungsmacht (Frage 1), Zeitlichkeit bzw. Entwicklung (Frage 2) sowie soziale Zugehörigkeiten (Frage 3). Identität ist eine interaktive Leistung, die mit den drei Fragen als mehrdimensionale Größe rekonstruiert werden kann. Da jugendliche Identitätskonstruktionen in Bezug auf Gangsta-Rap im Widerstreit mit öffentlichen und rechtlichen Diskreditierungen liegen, kann das Teilprojekt insbesondere das Phänomen der Popularisierung zweiter Ordnung empirisch detailliert aufschließen. Es macht in Bezug auf Gangsta-Rap sowohl dessen Popularität wie auch deren (mögliche) Komplexität und Widersprüchlichkeit sichtbar, indem Gangsta-Rap als populärer, aber umstrittener Fokus von Identitätsaushandlungen erschlossen wird.
Die Forschung erfolgt ausgehend von den kontextbezogenen sozialen und ästhetischen Praktiken der Jugendlichen selbst, wobei zur Datengewinnung teilnehmende Beobachtungen und Gruppeninterviews eingesetzt werden.


Teilprojektleitung


Wissenschaftliche MitarbeiterInnen


Studentische Mitarbeiterin

  • Vanessa Dobbener 


Projektrelevante Publikationen

  • Dollinger, B. (2020): Changing Narratives of Youth Crime. London.
  • Dollinger, B. (2019): Help wanted? A narrative look at penal welfarism ‘from below’. In: Youth Justice 19, S. 120-136.
  • Dollinger, B. (2018): Subjects in criminality discourse. In: Punishment & Society 20, S. 477-497.
  • Dollinger, B./Fröschle, T. (2017): Me and My Custodial Sentence: In: Narrative Inquiry 27, S. 66-84.
  • Dollinger, B./Schmidt-Semisch, H. (Hg.) (2018): Handbuch Jugendkriminalität. 3. Aufl. Wiesbaden.
  • Dollinger, B. (2017): Narrative Folgenforschung. In: Zeitschrift für Sozialpädagogik 15, S. 20-39.
  • Dollinger, B./Fröschle, T./Gilde, L./Vietig, J. (2016): Junge Menschen vor Gericht. In: Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform 99, S. 325-341.
  • Dollinger, B./Rudolph, M. (2016): Der „Kampf“ gegen Jugendkriminalität im historischen Wandel. In: Zeitschrift für Diskursforschung 4, S. 51-70.