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Straf-Erfahrungen: Strafrechtliche Verurteilungen aus der Sicht von Jugendlichen und Heranwachsenden

Förderzeitraum: 01.07.2015 – 31.05.2017

 

Projektbeschreibung:

Das Projekt „Straf-Erfahrungen: Strafrechtliche Verurteilungen aus der Sicht von Jugendlichen und Heranwachsenden“ zielt auf eine tiefgehende Analyse der Wahrnehmung und Interpretation von strafrechtlichen Urteilen durch Jugendliche und Heranwachsende. Die Frage, wie sie Urteile vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Biografie und Identitätskonstruktion verarbeiten, wurde bislang nur sehr selten empirisch analysiert. Dem steht gegenüber, dass die entsprechenden Deutungen im gesamten strafrechtlichen Verfahren und in politischen Debatten zu Jugendkriminalität von zentraler Bedeutung sind. Auch gesetzgeberische Entscheidungen werden häufig mit Annahmen dazu begründet, welche Wirkung von Verurteilungen auf Jugendliche ausgehen.

Vor diesem Hintergrund sollen in dem Forschungsprojekt folgende Fragestellungen untersucht werden:

  1. Wie nehmen Jugendliche bzw. Heranwachsende den Prozess des Strafverfahrens und das verhängte Urteil wahr?
  2. Wie erklären sie sich das Geschehene und welche Erwartungen haben sie bzgl. zukünftiger Ereignisse?
  3. Welchen Veränderungen unterliegen die Identitäten der jungen Straftäter im Kontext eines strafrechtlichen Verfahrens?


Um diesen Fragen nachzugehen, wird ein narrationstheoretischer Ansatz verfolgt (z.B. Lucius-Hoene/Deppermann 2002; Widdershoven 1993). Der narrationstheoretische Ansatz vermeidet axiomatische Zuschreibungen, die sich ohne empirische Fundierung auf die Identität eines Subjekts beziehen. Er fokussiert die Analyse von Erzählversuchen, Umerzählungen und Neuerzählungen eines Subjekts, mit denen seine „identitätsstrategischen Bewegungen“ (Kraus 2000, 170) rekonstruiert werden können.

In dem geplanten Projekt sollen Beschuldigte in den Blick genommen werden, bei denen eine stationäre Unterbringung (Jugendarrest oder Jugendstrafe) zur Option steht. Zum Einsatz kommen qualitative Interviews, die vor und nach der Verurteilung geführt werden. Um das Projekt zu realisieren, erfolgt eine Integration rechtswissenschaftlicher und sozialpädagogischer Forschungskompetenzen. Es wird eine möglichst große Kontrastierung erreicht, indem Daten kontrastiv in unterschiedlichen lokalen Kontexten erhoben werden.