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Kommentiertes Literaturverzeichnis zur Sozialpädagogischen Familienhilfe
 
 
Überblick:
DJI - Deutsches Jugendinstitut (Hrsg.): Handbuch Sozialpädagogische Familienhilfe. Stuttgart (W. Kohlhammer GmbH) 1999
 
Das Handbuch vermittelt einen umfassenden Überblick über den Entwicklungsstand, die systematische Einordnung der SPFH, die Situation und Perspektive der betroffenen Familien, Organisation und Finanzierung sowie die theoretischen Grundlagen. Das Handbuch will Mitarbeiter der Jugendhilfe bei ihrer Aufgabe unterstützen, Anregungen für die praktische Arbeit geben und zur Qualifizierung der SPFH beitragen. Der umfassende Überblick!
http://www.bmfsfj.de/Kategorien/Publikationen/Publikationen,did=3864.html

Elger, Wolfgang: Sozialpädagogische Familienhilfe. Neuwied (Hermann Luchterhand Verlag) 1990. ( Praxismaterialien für die Jugendhilfe und Sozialarbeit. 3)
 
Elger möchte mit seinem Buch einen Beitrag zu den Qualifizierungsbemühungen der SPFH leisten. Um zur fachlichen Weiterentwicklung der SPFH beizutragen, stellt er Praxiserfahrungen und Forschungsergebnisse (Studie des SPI, Studie des ISA, Bericht über SPFH in Kassel, SPFH in Rheine) vor. Er beginnt mit einer Einführung in das Arbeitsfeld (zentrale Aspekte des Arbeitsansatzes der SPFH, Frage der Indikation und Stellenwert der SPFH in der Jugendhilfe), beschäftigt sich mit Klientel, Organisationsformen, rechtlichen Rahmenbedingungen, Finanzierung und konzeptionellen Grundorientierungen in der SPFH, um daraus Qualifikationsstandards zu entwickeln.

Helming, Elisabeth: Sozialpädagogische Familienhilfe und andere Formen familienbezogener Hilfen. Aus: Birtsch, V.; Münstermann, K.; Trede, W. (Hrsg.): Handbuch Erziehungshilfen. Leitfaden für Ausbildung, Praxis und Forschung. Münster (Votum) 2001. S. 541-571
 

Ein relativ aktueller Überblicksartikel zur SPFH, der sich mit folgenden Aspekten befasst:
- Überblick über Entwicklung und Stand
- Welche Familien erhalten Sozialpädagogische Familienhilfe?
- Methodisches Handeln in der SPFH: inner- und außerfamiliäre Ressourcenaktivierung
- Aufträge in der SPFH: Hilfe und/oder "Kontrolle"?
- Organisationsformen der Hilfe in Deutschland, Fragen der Qualifikation
- Erfolg und Wirkung der SPFH
- Sozialpädagogische Familienhilfen im Kontext der Weiterentwicklung familienbezogener Hilfen.


Nielsen, Heidi: Sozialpädagogische Familienhilfe. Aus: Chasse, Wensierski (Hrsg.): Praxisfelder der Sozialen Arbeit. Eine Einführung. Weinheim: Juventa Verlag, 1999. S. 156-166
 
Der Artikel widmet sich den Entwicklungslinien der SPFH, rechtlichen Grundlagen und Aufgabenstellungen, institutionellen Rahmenbedingungen und Organisationsformen sowie den Handlungskompetenzen und Methoden der SPFH. Er wird durch ein Resümee und die Entwicklungsperspektiven beschlossen. Es scheint sich um eine aktualisierte und überarbeitete Fassung des gleichnamigen Artikels der Autorin von 1990 zu handeln.

Anfänge der SPFH:
Kreft, Dieter; Müller C. Wolfgang: Sozialpädagogische Familienhilfe. In: Neue Praxis, Jg. 1986, H. 2, S. 107 ff.
 
Kreft und Müller befassen sich in diesem Artikel mit der SPFH als neuem Jugendhilfeangebot, das zum damaligen Zeitpunkt zwischen Einführung und Bewährung steht. Sie vertreten die Auffassung, dass die SPFH die Versorgungslücke zwischen institutionellen Aufgaben der Jugendämter und offenen Angeboten schließt. Die historischen Vorläufer werden beleuchtet, die SPFH ist für die Autoren eine "Frucht der Heimkampagne" und gilt in der Praxis noch immer als Alternative zur Heimerziehung. Die Autoren stellen erste Ergebnisse aus der Berliner Studie vor und beschäftigen sich mit Organisationsformen und Finanzierungsweisen der SPFH. Insgesamt kommen sie zu dem Ergebnis, das die Sozialpädagogische Familienhilfe die Angebotspalette der Jugendhilfe wirksam erweitert.

Institut für soziale Arbeit e.V. (Hrsg.): Sozialpädagogische Familienhilfe - Ein neues Praxisfeld der Jugendhilfe. Münster (Institut für soziale Arbeit e.V. Eigenverlag) 1986. (Soziale Praxis. 1)
 
Das vorliegende Heft will Anregungen und Anstöße geben zu Diskussion und Reflexion, Möglichkeiten und Grenzen Sozialpädagogischer Familienhilfe. Es enthält Aufsätze aus der Anfangszeit der SPFH, Erfahrungsberichte aus Kassel (Pressel), Herne (Walter), Nordrhein-Westfalen und Westfalen-Lippe (Elger und Schnabel), Berlin (Nielsen) und Hildesheim (Bierbrauer, Cherek, Rothschuh).

Nielsen, Heidi: Sozialpädagogische Familienhilfe. Aus: Kreft, D.; Lukas, H. (Hrsg.): Perspektivenwandel in der Jugendhilfe. Frankfurt am Main (Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik.) 1990. S. 233-246
 
Ein Überblicksartikel, der sich (wohlgemerkt 1990!) mit Entwicklung, Verbreitung, Zielgruppen, Angebotsformen, rechtlichen Grundlagen und Finanzierung der SPFH befasst. Als Probleme der SPFH werden die Deklassierung der Familienhelfer als Arbeitnehmer "2. Klasse" und der Streit, ob in der SPFH therapeutische Ansätze zum Tragen kommen sollen, geschildert. Entsprechend der Verortung im Sammelband "Perspektivenwechsel in der Jugendhilfe" beschäftigt sich die Autorin auch mit der Entwicklungsprognose der SPFH.

Sozialpädagogisches Institut Berlin (Hrsg.): Sozialpädagogische Familienhilfe 1985. Ein ambulantes Jugendhilfeangebot zur psychosozialen Unterstützung im Alltag von Familien. Probleme. Entwicklungen. Orientierungen. Berlin (Eigenverlag) 1985
 
Tagungsbeiträge von Hannelore Heinze, Dieter Kreft, Udo Maier, Arnhild Martin-Balloff, C. Wolfgang Müller, Heidi und Karl Nielsen, Irmtraud Schmitz. Zum Tagungszeitpunkt gab es noch keine einheitlichen, inhaltlichen und organisatorischen Auffassungen von SPFH, daher sollen die Artikel einen Beitrag dazu leisten, die realen Möglichkeiten der SPFH einzuschätzen, sie näher zu bestimmen und präzise zu definieren, wie Ziele und Inhalte der SPFH aussehen sollen und was optimal zugunsten der Familien wirkt. Der Beitrag von C. Wolfgang Müller befasst sich mit den historischen Vorläufern der SPFH (z.B. Hull House von Jane Adams), die Nielsens berichten in mehreren Beiträgen über die Entwicklung der SPFH in Berlin, über die Zahlen zur Fremdunterbringung als Hintergrund zur Entwicklung sozialpädagogischer Familienhilfe, Modellformen (Honorar-, Caritas- und Diakoniemodell) und erste Forschungseindrücke des Projektes "Langzeitwirkung in der Sozialpädagogischen Familienhilfe". Weitere Beiträge widmen sich den Themen Familienhilfe in Kreuzberg und Berlin, rechtliche Situation bei Einsatz des Familienhelfers (Informations- und Verschwiegenheitspflicht, Dokumentation), Erweiterung von Jugendhilfeangeboten und Finanzierungsprobleme am Beispiel der SPFH und den Wechselwirkungen zwischen SPFH und behördlicher Sozialarbeit. Der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung der SPFH in Berlin. Dort entstand die Familienhilfe 1969, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung sind sich die Fachkräfte einig, das Berlin aufgrund schlechter Finanzierung dieser Hilfeform droht, den Anschluss an die bundesweite SPFH - Entwicklung zu verlieren.

 
Empirische Studien:
Allert, Tilman; Bieback-Diel, Lieselotte; Oberle, Helmut; Seyfahrt, Elisabeth: Familie, Milieu und sozialpädagogische Intervention. Möglichkeiten, Handlungsansätze und Probleme sozialpädagogischer Familienhilfe. Münster (Votum Verlag) 1994
 
Die vorliegende Untersuchung erfasste in den Jahren 1985-1987 im Landkreis Tübingen und im Wetteraukreis alle Familienhilfemaßnahmen bis auf wenige Ausnahmen. Ziel ist es, typische familiale Problemkonstellationen von Klienten zu rekonstruieren und den Zusammenhang von innerfamilialer Struktur und sozialpädagogischer Intervention zu untersuchen. Acht Fälle aus unterschiedlichen Milieus (Herkunft der Eltern aus Mittelschicht und unterer Mittelschicht, aus ländlicher Unterschicht, kleinbäuerliche Herkunft, ländliches Handwerk und Kleingewerbe, Herkunft aus klassischer Unterschicht, Familie aus traditionell randständigem Milieu) wurden rekonstruiert. Die Ergebnisse beziehen sich auf Schlussfolgerungen zu Familienstruktur und Diagnostik, zur familienhelferischen Intervention und zur Berufsrollenproblematik.

Allert, Tilman; Bieback-Diel, Lieselotte; Korndörfer, Helmut u.a.: Strukturprobleme der sozialpädagogischen Familienhilfe. In: Nachrichtendienst des deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge, 69. Jg. 1989, H. 10, S. 342-345
 
Im Artikel werden Strukturprobleme der SPFH dargestellt und erörtert (Problem der Diagnose und Indikation, Spannungsverhältnis von Kontrolle und Hilfe in der SPFH, triadische Beziehung von Familie, Familienhilfe und Jugendamt). Daraus werden die Arbeitsschwerpunkte der Begleituntersuchung von Projekten der Sozialpädagogischen Familienhilfe im ländlichen Raum abgeleitet.

Bürger, Ulrich: Stellenwert ambulanter Erziehungshilfen im Vorfeld von Heimerziehung. Empirische Befunde und Bewertungen aus der Sicht von Leistungsadressaten. In: Neue Praxis, Jg. 1998, H. 3, S. 274-292
 
Bürger schildert in Kurzform Anlage und Ergebnisse einer Untersuchung zum Stellenwert ambulanter Hilfen und den Erfahrungen von Leistungsempfängern mit diesen Hilfen im Vorfeld der Heimerziehung.

Christmann, Christine; Müller, C.W.: Sozialpädagogische Familienhilfe 1986. Bestandsaufnahme, Entwicklung, Perspektiven, Modelle. Berlin (Sozialpädagogisches Institut Berlin) 1986
 
Das vorliegende Buch enthält die erste umfassende Bestandsaufnahme zur Sozialpädagogischen Familienhilfe. SPFH wird fachlich sehr ambivalent gesehen: zwischen Allheilmittel und Überfrachtung mit zu vielen Hoffnungen. Da sich unter dem Begriff sehr unterschiedliches verbirgt, gesicherte Standards der Arbeit fehlen und unklar ist, wo und wie SPFH durchgeführt wird, hat das SPI Berlin zwei Forschungsprojekte durchgeführt. Die Ergebnisse der Studien "Die Langzeitwirkung von Familienhilfe" und "Bestandsaufnahme der Sozialpädagogischen Familienhilfe in der Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West)" stellt das vorliegende Buch dar. Mit einbezogen wurden die Ergebnisse der ISA Studie für Nordrhein-Westfalen. Die Daten wurden von 1983 bis 1985 erhoben. Zunächst wird die schrittweise Einführung von SPFH und ihre Finanzierung dokumentiert. Indikatoren für einen erfolgversprechenden Einsatz, Ziele, Aufgabenbereiche und Gründe für die Beendigung der Sozialpädagogischen Familienhilfe wurden erhoben. Ebenso die Qualifikationen und Arbeitsbedingungen der Familienhelfer. Organisationsformen, Inhalte und Modellformen der SPFH werden vorgestellt. Ausgewählte Ergebnisse der nordrhein-westfälischen Untersuchung werden in einem Kapitel von Wolfgang Elger näher beleuchtet. Abschließend werden die Ergebnisse der Untersuchung zusammen gefasst.

Elger, Wolfgang; Christmann, Christine: Sozialpädagogische Familienhilfe im Überblick. In: Neue Praxis, Jg. 1986, H. 2, S. 113ff.
 
Der Artikel fasst die Ergebnisse einer Befragung aller Jugendämter und freien Träger die 1984/85 SPFH durchführten zusammen. Die Studie macht Aussagen zu Verbreitung und Stellenwert der SPFH, Qualifikation der Familienhelfer, Finanzierung, Ausgangsbedingungen der Betreuung und Gründe für die Beendigung der Betreuungen.

Höltershinken, Dieter: Sozialpädagogische Arbeit mit Frauen, Kindern und Familien. Sozialpädagogische Familienhilfe in Ludwigslust und Wismar (1991-1994). Dortmund 1995
 
Das Buch berichtet über das vom BMFSFJ geförderte Modellprojekt "Sozialpädagogische Arbeit mit Frauen, Kindern und Familien" zur Implementation von Hilfen zur Erziehung in zwei Städten Mecklenburg-Vorpommerns. Zunächst werden vom Autor, der die wissenschaftliche Begleitung des Modellprojektes innehatte, die Ausgangssituation und daraus resultierend die Konzeptentwicklung beschrieben. Es folgt eine Analyse der Arbeit der SPFH in Ludwigslust und Wismar, sowie ein Kapitel zur Fortbildung der Familienhelfer. Empfehlungen zum Auf- und Ausbau der SPFH in den neuen Bundesländern runden die Studie ab.

Koch, Günther; Lambach, Rolf: Familienerhaltung als Programm. Forschungsergebnisse. Münster (Votum Verlag GmbH) 2000
 
Es handelt sich hier um eine Studie zur Evaluation von Kriseninterventionsprogrammen für Familien, die durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde. Evaluiert wurden folgende Projekte:
- FAM - Familienaktivierungsmanagement des Hospitals St. Wendel
- ebenfalls am FAM - Konzept orientierter Verbund von vier Einrichtungen der Jugendhilfe in Rheinland-Pfalz
- Familienaktivierung des Kinder- und Jugendhilfeverbundes Harburg des Landesbetriebes Erziehung und Berufsbildung in Hannover
- intensives Kriseninterventionsprogramm (IKiP) des AGORA e.V. in Frankfurt am Main.
Bei allen handelt es sich um intensive Kurzzeithilfen die darauf abzielen, Familien zu erhalten.

Matscha, Franz: Handlungskompetenz für die Soziale Intervention im Bereich der Sozialpädagogischen Familienhilfe. Phänomenologisch-hermeneutische Untersuchung von Konzepten der Sozialpädagogischen Familienhilfe und empirisch-interpretative Studie. Münster (Lit Verlag) 1991. (Erziehungswissenschaften. 28)
 
In seiner Dissertation stellt Franz Matscha fest, das es keine Untersuchungen zu Relevanz des in der Ausbildung erworbenen Wissens, Bedeutung von Praxisberatung, Teamgesprächen und Supervision, die Fortbildungsangebote für Helfer und über die Auswirkungen der institutionellen Bedingungen auf die Berufszufriedenheit und die Handlungskompetenz der Helfer in der SPFH gibt. In der vorliegenden Arbeit möchte er deshalb: "
- die Entwicklungslinien sozialarbeiterischer und sozialpädagogischer Praxis und Theorie betrachten
- die zentralen Aufgaben sozialer Intervention zu bestimmen
- Merkmale allgemeiner Handlungskompetenz für SA und SP herauszuarbeiten und
- Entwicklung, Aufgaben, Modellformen und Bedingungen der SPFH als spezifisches Handlungsfeld der SA/SP zu beschreiben und zu bewerten
- durch die Familienhelfer Informationen zu gewinnen über die Relevanz verschiedener Elemente und Bedingungen für die Handlungskompetenz zur sozialen Intervention mit Familien". (S.4f.)
Dazu hat er eine umfangreiche Untersuchung mittels Fragebogen zur SPFH in der Stadt Köln durchgeführt. Als zentrale Ergebnisse stellt er heraus: ungefestigte Position einer SP/SA-Wissenschaftsposition und die Folgen für die berufliche Identität von Fachkräften der SPFH, Therapeutisierung oder innovative Weiterentwicklung der SP/SA-Handlungsmethoden, Möglichkeiten zur Behebung konzeptioneller und institutioneller Defizite und Erweiterung des Handlungsrahmens sowie Weiterbildung und Praxisforschung als Chancen innovativer Einflussnahme.

Nielsen, Heidi; Nielsen, Karl: Familienhelfer als Familienanwalt. Ergebnisse einer Aktenuntersuchung und einer Befragung von zuständigen Bezirkssozialarbeitern, Familienhelfern und betroffenen Familien. Frankfurt am Main (Eigenverlag des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge) 1984
 
Die Studie befasst sich mit den Erfahrungen und Erwartungen zur Familienhilfe aus Sicht von Sozialarbeitern, Familienhelfern und Familien. Geforscht wurde in Berlin (West). Die sozialpädagogische Familienhilfe wird kurz beschrieben (Definition, Entwicklung, finanzielle Entwicklung). Danach werden die Forschungsergebnisse und die sich aus den Ergebnissen abgeleiteten Empfehlungen zur Gestaltung der Familienhilfe im allgemeinen und speziell in Berlin (West) vorgestellt. Die allgemeinen Empfehlungen kennzeichnen die Anforderungen an Träger von Familienhilfe und Familienhelfer und stecken das mögliche Klientel ab (Auswahl von Familiehilfefamilien). Die Anregungen für die Berliner Praxis beziehen sich auf die Anfangsphase und Einsatzvorbereitung, Berichtspraxis und Angebotsvorschrift, Beratung/Supervision/Praxisberatung, Umfeld- und stadtteilorientierte Familiengruppenarbeit und die arbeitsrechtliche Situation. Das Buch enthält eine kommentierte Annotation aller zum damaligen Zeitpunkt erschienen Literatur zum Thema Familienhilfe.

Nielsen, Heidi; Nielsen, Karl; Müller, C. Wolfgang: Sozialpädagogische Familienhilfe. Probleme, Prozesse und Langzeitwirkungen. Weinheim und Basel (Beltz Verlag) 1986
 
Die Autoren erforschten von 1983 bis 1985 die Langzeitwirkungen Sozialpädagogischer Familienhilfe am SPI Berlin. Der Untersuchung liegt eine umfangreiche und vielfältige Datenbasis zugrunde. Es handelt sich um eine Befragung von Bezirkssozialarbeitern, Interviews mit Familien und Familienhelfern, einer Bewertung der Fälle von so genannten "Judges" (Berliner Familienhilfe-Experten) und eines Symposiums mit Experten aus dem übrigen Bundesgebiet. Aus den Ergebnissen entwickelten die Verfasser Empfehlungen für die Sozialpädagogische Familienhilfe.

Nielsen, Heidi; Nielsen, Karl: Langzeitwirkungen in der Sozialpädagogischen Familienhilfe. In: Neue Praxis, Jg. 1986, H. 2, S. 121 ff.
 
Der Artikel beschreibt die Untersuchungsergebnisse zu Erfahrungen mit der SPFH in Berlin-West, Untersuchungszeitraum: Oktober 1983 bis Dezember 1985. Folgende Punkte werden näher ausgeführt: typische Belastungen in Familien, denen SPFH gewährt wird, auslösende Ereignisse, Erkenntnisse aus erfolglosen SPFHs, Basiskompetenzen von Familienhelfern und Bezirkssozialarbeitern im Prozess der SPFH. Als Ergebnis der Untersuchung entstanden Empfehlungen für die SPFH, die so genannten Familienhelfervorschriften.

Nielsen, Heidi; Nielsen, Karl: Sozialpädagogische Familienhilfe - Balanceakt im sozialen Milieu benachteiligter Familien. In: Theorie und Praxis der sozialen Arbeit., Jg. 1986, H. 1, S. 23-28
 
In diesem Artikel stellen die Nielsens erste Forschungseindrücke aus dem Projekt "Langzeitwirkung von Familienhilfe" am Sozialpädagogischen Institut Berlin vor. Erste Forschungsergebnisse bezüglich des Verlaufs, der Basiskompetenzen der Familienhelfer, Strukturmerkmale der betreuten Familien und des Nutzwertes der Familienhilfe werden präsentiert.

Petko, Dominik: Gesprächsformen und Gesprächsstrategien im Alltag der Sozialpädagogischen Familienhilfe. Göttingen (Cuvillier Verlag) 2004
 
Dominik Petko analysiert in seiner Dissertation Gesprächsformen und Gesprächsstrategien, die schweizerische Familienbegleiter in ihrer alltäglichen Praxis anwenden. Inhaltlich und methodisch haben wir es hier mit einer hervorragenden Qualifikationsarbeit zu tun. Der Autor möchte den Begriff der "Aushandlung" klären. Das Untersuchungsdesign kombiniert dazu Audioaufnahmen sozialpädagogischer Familienbesuche, diesbezüglichen Interviews mit den Fachkräften und ergänzenden Fragebögen.
Eine ausführliche Rezension zu diesem Buch finden Sie unter: www.socialnet.de/rezensionen/1943.php

Pressel, Ingeborg: Modellprojekt Familienhilfe in Kassel. Bericht der wissenschaftlichen Begleitung. Frankfurt am Main (Eigenverlag des Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge) 1981. (Arbeitshilfen - Eine Schriftenreihe für Sozialhilfe, Jugendhilfe und Gesundheitshilfe. 21)
 
Der Autorin oblag die wissenschaftliche Begleitung des Modellprojektes Familienhilfe in Kassel. Unter der Trägerschaft des Diakonischen Werkes des Kirchenkreises Kassel Stadt wurde 1978 das Projekt Familienhilfe geboren. Von 1979 bis 1980 wurde das Projekt wissenschaftlich begleitet. Es zählt damit zu den ersten Modellversuchen mit SPFH in der Bundesrepublik Deutschland. Der Bericht der wissenschaftlichen Begleitung gliedert sich in sechs Teile. In den ersten fünf geht es inhaltlich um die Entwicklung des Modellprojektes Familienhilfe und seiner wissenschaftlichen Begleitung, Struktur und Funktion der Familie in unserer Gesellschaft, Arbeitsbedingungen und Arbeitsformen von Familienhilfe, zum Rollenbild und Selbstverständnis des Familienhelfers und die zusammenfassende Einschätzung und vorläufige Bewertung der gesammelten Erfahrungen mit dem Modellprojekt Familienhilfe in Kassel als neuer Form öffentlicher Jugendhilfe. Abgerundet wird der Bericht durch vier Falldarstellungen. Der Bericht der wissenschaftlichen Begleitung ist sehr gehaltvoll, die Analysen sind sehr differenziert. Dies überrascht umso mehr, als zum Zeitpunkt des Erscheinens die SPFH noch in den Kinderschuhen steckte, noch nicht etabliert war und eine rechtliche Verankerung noch wie eine Sternschnuppe am fernen Horizont erschienen sein muss. Vieles von dem was Frau Pressel empfiehlt, bzw. als günstige Voraussetzung für SPFH ansieht ist auch heute, nach knapp 25 Jahren so noch gültig (z.B. Forderung dass SPFH von Sozialarbeitern/Sozialpädagogen durchgeführt werden sollte, Anmerkungen zur Kooperation zwischen ASD und Familienhelfer oder Vorschläge zur Organisationsform).

Riemann, Gerhard: Die Arbeit in der sozialpädagogischen Familienberatung. Interaktionsprozesse in einem Handlungsfeld der sozialen Arbeit. Weinheim, München (Juventa Verlag) 2000. (Edition Soziale Arbeit)
 
Bei der vorliegenden Analyse handelt es sich um eine ethnographische Fallstudie zur sozialpädagogischen Familienberatung mit einer besonderen Ausrichtung auf Unterschichtsklientel. Riemann führte die Untersuchung in der Beratungsstelle einer westdeutschen Großstadt durch. Unterschiedliche qualitative Daten wurden während der Feldforschung erhoben: autobiographisch-narrative Interviews, Fallbesprechungen, interaktionsgeschichtlich-narrative Interviews und Gespräche aus Beratungs- und Therapieprozessen. Riemann analysiert die Kernprobleme professionellen Handelns in sozialpädagogischen Familienberatungsstellen, die Bedeutung von Professionellen und ihrer Arbeit für die biographische Entwicklung von Klienten und die Kommunikation in Fallbesprechungen. Damit ist seine Studie sowohl ein Beitrag zur neueren sozialwissenschaftlichen Professionsdiskussion und zur Aufklärung von Arbeitsabläufen in der Sozialen Arbeit als auch ein Beitrag zur Weiterentwicklung der quantitativen Sozialforschung.

Schuster, Eva Maria: Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH). Aspekte eines mehrdimensionalen Handlungsansatzes für Multiproblemfamilien. Frankfurt am Main u.a. (Peter Lang GmbH) 1997. (Europäische Hochschulschriften. Reihe 11. Pädagogik. 712)
 
Die vorliegende Dissertation befasst sich mit der Frage, wie besonders benachteiligte Klientengruppen - so genannte Multiproblemfamilien - durch die SPFH kompetente Hilfestellung und Unterstützung erhalten können. Anhand von zwei ausführlich dargestellten Fallstudien werden vorherrschende Konfliktmuster in der Struktur der Lebensweise und mögliche Ressourcen herausgearbeitet. Aspekte des darauf aufbauenden Hilfeprozesses vervollständigen die Fallstudien. Die Autorin erarbeitet ein ganzheitliches methodisches Vorgehen zur kompetenten Unterstützung von Multiproblemfamilien. Sehr gut zusammengefasst sind im ersten Kapitel des Buches die historischen Vorläufer der SPFH und die Entwicklung in West-Berlin und der BRD.

Terbuyken, Gregor: Wissen sie, was sie tun? Untersuchungen von Interventionsstrategien bei in der SPFH arbeitenden SozialarbeiterInnen. In: Goldbach, G.; Horstmann, G.; Sperber, W.; Terbuyken, G. (Hrsg.): Ausbildung zur Sozialen Arbeit - eine Handlungswissenschaft auf dem Prüfstand. Hemmingen: Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft 1998, zum Download unter: www.gregor.terbuyken.net/familienhilfe2.pdf
 
Der Autor berichtet über eine von ihm durchgeführte Untersuchung, in der er sich mit der Frage befasst, in wie weit das Handeln von FamilienhelferInnen sich in einem zuvor von ihm erarbeitetem Modell von Handlungsorientierungen abbilden lässt.

Woog, Astrid: Soziale Arbeit in Familien. Theoretische und empirische Ansätze zur Entwicklung einer empirischen Handlungslehre.
2. Aufl., Weinheim, München (Juventa Verlag) 2001

 
Die Studie von Astrid Woog gehört zu einer der ersten, die sich mit den Chancen und Schwierigkeiten des sozialpädagogischen Arbeitens im Alltag der Familie befasst (1.Aufl. 1997). Die Arbeit, die gleichzeitig als Dissertation an der Universität Tübingen angenommen wurde, gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil beleuchtet die Autorin die Theorie sozialpädagogischer Familienarbeit. Mittels ethnographischer Fallstudien möchte sie sozialpädagogisches Handeln im Alltag von Familien rekonstruieren. Durch ihre berufliche Tätigkeit als Familienhelferin hat sie Zugang zum Forschungsfeld. Im zweiten Teil der Arbeit stellt sie drei ausführliche Fallgeschichten vor. Sie folgt dabei dem Konzept der dichten Beschreibung, beschreibt jeweils die Lebenswelten der Familien, die Erfassung des Alltagsgeschehens, die Förderung und Begleitung im Alltag der Familie sowie Veränderungen, Stabilisierungen und Ergebnisse. Im dritten Teil befasst sich Astrid Woog mit den Dimensionen pädagogischen Handelns (Beobachten, Gewinnen von Vertrauen, Wahren von Gegenseitigkeit, Setzen von Grenzen, Anknüpfen an Möglichkeiten, Wecken von Interessen, Öffnen und Erweitern des Raumes, Angehen von Konflikten und Stabilisieren von Stärken) und entwickelt ein Modell der Alltagsorientierten Sozialpädagogik.

 
Juristische Aspekte
Bringewat, Peter: Sozialpädagogische Familienhilfe und strafrechtliche Risiken. Stuttgart, Berlin, Köln (W. Kohlhammer GmbH) 2000
 
Das Buch bietet aus juristischer Sicht Informationen zum Zusammenhang von Kinder- und Jugendhilfe und strafrechtlichen Handlungsrisiken. Es richtet sich vornehmlich an MitarbeiterInnen der freien und öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe und möchte dazu beitragen, dass strafrechtliche Aspekte in der SPFH besser eingeschätzt werden können.

Ludemann, Peter: Sozialpädagogische Familienhilfe im System der Erziehungshilfen. In: Jugendwohl, Jg. 1992, S.256 - 263
 
Der Artikel greift aus juristischer Sicht folgende Themen auf:
- SPFH im familienorientierten Aufgabengefüge des KJHG
- SPFH als eine (nicht die) Leistungsart im System der Hilfen zur Erziehung
- SPFH und "gebündelte" Hilfen
- SPFH und das fachliche Anforderungsprofil.

Mörsberger, Thomas; Restemeier, Jürgen (Hrsg.): Helfen mit Risko. Zur Pflichtenstellung des Jugendamtes bei Kindesvernachlässigung. Dokumentation eines Strafverfahrens gegen eine Sozialarbeiterin in Osnabrück. Neuwied, Kriftel, Berlin (Luchterhand Verlag GmbH) 1997
 
Inhalt des vorliegenden Buches ist der spektakuläre Strafprozess gegen eine Sozialarbeiterin des ASD in Osnabrück, die sich wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten musste. In einer von ihr betreuten Familie war ein sechs Monate alter Säugling infolge grober Vernachlässigung an Unterernährung gestorben. Der erste Teil des Buches dokumentiert den Prozessverlauf durch alle drei Instanzen. Der zweite Teil enthält fachliche Hinweise und Erläuterungen, u.a. zur Garantenpflicht, Weitergabe und Beschlagnahmung von Jugendamtsakten und Kindesvernachlässigung als einer herausfordernden Aufgabe für die Jugendhilfe. Die angeklagte Sozialarbeiterin kommt in einem Interview zu Wort, Mitarbeiter des Sozialdezernat Osnabrücks äußern sich zum Strafprozess und den Rahmenbedingungen der Arbeit des ASD. Abgerundet wird die vorliegende Publikation durch ein Nachwort von Dr. Reinhard Wiesner.

 
Methodische Konzepte:
Systemischer Ansatz:
Conen, Marie Luise: Systemische Aspekte der Kooperation in der SPFH. In: Kontext, Jg. 1990, H. 19, S. 47-53
 
Der Artikel enthält Vorschläge zur Gestaltung der Kooperation zwischen Familienhelfer und anderen am Fall beteiligten Helfern (Jugendamtsmitarbeiter, Lehrer, Therapeuten, Erzieher usw.).

Gödde, Rita; Lanwert, Irmgard: Sozialpädagogische Familienhilfe. In: Theorie und Praxis der sozialen Arbeit., 46. Jg. (1995), S. 267-275
 
Der Artikel stellt anhand eines Fallbeispieles die Umsetzung des systemischen Denkens in der Sozialpädagogischen Familienhilfe dar. Das Beispiel der Familie A illustriert sehr anschaulich das Vorgehen der Fachkräfte und macht deutlich, wie die mit systemischen Techniken (z.B. Genogramm, Hierarchiemap, hypothetische und zirkuläre Fragen) gewonnenen Erkenntnisse den Hilfeverlauf beeinflussen.

Hargens, Jürgen (Hrsg.): Klar helfen wir Ihnen! Wann sollen wir kommen? Systemische Ansätze in der Sozialpädagogischen Familienhilfe. Dortmund (borgmann publishing GmbH) 1997
 
Systemische Ideen und ihre Umsetzung in das Arbeitsfeld der SPFH sind Thema dieses Buches. Es enthält vier Beiträge: In "Warum kurz, wenn´s auch lang geht? Kurzzeittherapeutische Konzepte in der Sozialpädagogischen Familienhilfe" schildern Mitarbeiter des Sozialtherapeutischen Vereins Holzgerlingen e.V. ihre Erfahrungen mit systemischen Haltungen und Methoden bei ihrer Arbeit im Landkreis Böblingen. Anhand vieler Praxisbeispiele zeigen sie auf, wie kurzzeittherapeutische Konzepte die Arbeit in den Familien verändern und welche Auswirkungen diese hat. In "Wir waren gern bei Ihnen. Waren wir hilfreich? Zufriedenheitsuntersuchung zur Sozialpädagogischen Familienhilfe" stellt Ludger Kühling die Ergebnisse einer Untersuchung zur Wirkungsweise der SPFH im Landkreis Böblingen vor. Vierzehn Familien, die SPFH durch den Sozialtherapeutischen Verein Holzgerlingen e.V. erhalten hatten, wurden 1995 mit Hilfe des narrativen Interviews zu ihrer SPFH befragt. Die Auswertungsergebnisse werden ausführlich dargestellt und Veränderungsvorschläge abgeleitet. Diese beziehen sich u.a. auf eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten der Familienhelfer, die Gruppenaktivitäten und die Nachbetreuung. Andrea Richter stellt in ihrem Aufsatz "Wir helfen nicht! Wir unterstützen! Die Arbeit des FAN - FamilienANlauf e. V. Berlin" die Arbeit des Berliner Vereins vor. Der Artikel ist als eine Gedankensammlung aus und über die unmittelbare Berufspraxis der Familienhelfer im Berliner Bezirk Hohenschönhausen konzipiert. In der Beschreibung der Arbeit in der Anfangs-, Arbeits- und Beendigungsphase der SPFH wird das Profil des FAN deutlich. Den letzen Beitrag des Buches "Einladung ins Schloss" stellt die Arbeit der Sozialpädagogischen Familienhilfe des Niederösterreichischen Landesverbandes "RETTET DAS KIND" in Judenau und Amstetten vor. Rahmenbedingungen, Angebot, Überweisungskontext, Auftragsklärung, Hausbesuche, Rollenkonfusion und Rollendifferenzierung, Arbeit mit Helfersystemen und Berichts- und Dokumentationspflicht sind Themen des Aufsatzes.

Hargens, Jürgen (Hrsg.): Gastgeber hilfreicher Gespräche. Wir haben Ihnen geholfen? Was haben wir von Ihnen gelernt? Systemische Ansätze in der Sozialpädagogischen Familienhilfe. Teil 2. Dortmund (borgmann publishing) 2000
 
Die drei Vereine (FAN- Familienanlauf Berlin, SPFH des Niederösterreichischen Landesverbandes "Rettet das Kind", Sozialpädagogischer Verein Gerlingen) die bereits 1997 in "Klar helfen wir Ihnen! Wann sollen wir kommen? " ihre systemische Arbeit im Rahmen der SPFH vorgestellt haben, kommen erneut zu Wort. Die Weiterentwicklungen und Veränderungen der Arbeit werden in diesem Band reflektiert. Die Fachkräfte zeigen auf, was sie von den Familien gelernt haben und beschäftigen sich mit vielen weiteren Themen, z.B. Zwangssituationen und Kontrollkontexte.

Kron-Klees, Friedhelm: Familien begleiten. Von der Probleminszenierung zur Lösungsfindung. Ein systemisches Konzept für Sozialarbeit und Therapie in stark belasteten Familien. Freiburg im Breisgau (Lambertus Verlag) 1998
 
Kron-Klees widmet sich der Frage, ob und in wieweit systemische Wahrnehmungs- und Handlungskonzepte für Sozialarbeit langfristig und auch in Krisensituationen mit stark belasteten Familien angewandt werden können. In der Einleitung des Buches werden rechtlicher Kontext der öffentlichen Jugendhilfe (Kindeswohl, staatliches Wächteramt, Hilfeplanverfahren) und systemische Sicht der Arbeit mit stark belasteten Familien dargestellt. Kron-Klees stellt sein Konzept des "wachen Begleitens" für das besonders belastete Klientel der öffentlichen Jugendhilfe vor. Im Hauptteil wird sein systemisches Wahrnehmungs- und Handlungskonzept anhand von zwei authentischen Fallbeispielen dargestellt. Ein Beispiel schildert den Verlauf einer SPFH, das andere den Verlauf einer Erziehungsbeistandschaft. In dialogischen Szenen werden die Gespräche zwischen Klient und Sozialarbeiter lebendig, das jeweilige Handeln der Helfer wird in theoretischen Exkursen erläutert. Dadurch gewinnt man einen sehr guten Einblick in das Konzept von Kron-Klees. Abschließend geht der Autor der Frage nach, welche Konzeption von Ethik sich mit einem systemisch-konstruktivistischen Denkmodell Sozialer Arbeit verbinden lässt.

Martini, Helga: Mit Familie Gruber ins Land der 1001 Möglichkeiten. In: Systhema, 13. Jg., H. 1 (1999) S. 5-16
 
Die Autorin möchte an einem Beispiel aus ihrer täglichen Praxis - als Bezirkssozialarbeiterin im Jugendamt - zeigen, wie sich Sozialarbeit und Systemische Familientherapie miteinander gelungen kombinieren lassen.

Oswald, Gerhard: Systemansatz und soziale Familienarbeit. Methodische Grundlagen und Arbeitsformen. Freiburg im Breisgau (Lambertus-Verlag) 1988
 
Der Autor teilt sein Buch in zwei Teile: Methodische Grundlagen sozialer Familienarbeit und Methodische Formen der Familienhilfe. Im ersten Teil steht die Systemtheorie im Vordergrund. Im zweiten Teil grenzt Oswald Familientherapie, Psycho-soziale Familienberatung, Sozialpädagogische Familienhilfe und Familienpflege voneinander ab.

Rieforth, Joseph.: Entwicklungsprozesse von beruflichen Fachkräften in einem neuen Feld der Sozialen Arbeit. Qualitative Prozessanalyse zur Erfassung systemischer Kompetenz. Frankfurt am Main (Peter Lang. Europäischer Verlag der Wissenschaften) 1997 (Qualitative Forschungsmethoden in den Erziehungs- und Sozialwissenschaften. 1)
 
Die Dissertation von Joseph Rieforth untersucht die Veränderungsprozesse von SPFH - Fachkräften, die berufsbegleitend eine systemische Weiterbildung absolviert haben. Rieforth widmet sich theoretisch fundiert den Bereichen postgradualer Weiterbildung, systemischem Denken, SPFH, dem Systemansatz in der psychosozialen Weiterbildung und entwirft ein interessantes Forschungsdesign für seine Fragestellung. Einziges Manko: der Autor hat seine eigene Fortbildungsmaßnahme evaluiert.

Supervision:
Conen, Marie-Luise: Supervision in der Sozialpädagogischen Familienhilfe. In: Supervision, Jg. 1992, H. 21, S. 51-63
 
Die Verfasserin berichtet über die Supervision von Familienhelfern. Grundlage ihrer Schilderung ist die eigene Tätigkeit als Supervisorin und die dabei gesammelten Erfahrungen speziell mit Supervisionsgruppen für Familienhelfer in Berlin. Der Artikel beschäftigt sich mit den Arbeitsbedingungen von Familienhelfern, den Rahmenbedingungen der Supervision, dem methodischen Vorgehen (Rollenspiel, Skulpturarbeit, reflektierendes Team, Familienrekonstruktion und Organisationsanalysen), dem theoretischen Bezugsrahmen (systemische und strukturelle Familientherapie) und den Besonderheiten der Supervision in der Familienhilfe.

Müller, Rolf Fritz: Supervision in der Sozialpädagogischen Familienhilfe. In: Jugendwohl, Jg. 1992, S. 296-303
 
Anhand von zwei Fallbeispielen aus der SPFH zeigt Rolf Fritz Müller Arbeitsgegenstand, Arbeitsverfahren und Lernziele der Supervision auf.

Video-Home-Training:

Kreuzer, Max; Räder, Helga (Hrsg.): Video - Home - Training. Kommunikation im pädagogischen Alltag. Eine erprobte Methode (nicht nur) in der Familienhilfe. 2. erweiterte Aufl. Mönchengladbach (Fachhochschule Niederrhein. Fachbereich Sozialwesen) 1999. (Schriften des Fachbereichs Sozialwesen an der Fachhochschule Niederrhein. 17)
 
Diese umfangreiche Sammlung von Beiträgen zum Thema VHT ist nicht nur der Abschlussbericht des Modellprojektes "Qualifizierung von Fachkräften der Jugendhilfe in der Methode des Video-Hometraining in verschiedenen Praxisfeldern der freien und öffentlichen Jugendhilfe. Modellprojekt zur Übertragung der Methode des Video-Hometraining aus den Niederlanden in die Praxis der Jugendhilfe in der Bundesrepublik Deutschland", sondern zugleich auch Lesebuch zum Konzept und zur Praxis dieser Methode. Das Buch ist gleichermaßen geeignet, für Leser die sich einen ersten Überblick über das VHT verschaffen wollen, wie auch für Leser die sich vertiefend oder zu bestimmten Fragen (bspw. VHT in verschiedenen Praxisfeldern) informieren möchten.

Schepers, Guy; König, Claudia: Video-Home-Training. Eine neue Methode der Familienhilfe. Weinheim, Basel (Beltz Verlag) 2000
 
Video-Home-Training ist eine visuelle sozialpädagogische Methode, mit der Erziehungs- und Kommunikationsschwierigkeiten wie in einem Spiegel angeschaut werden können. Dieses Videofeedback dient der Bewusstwerdung des eigenen Verhaltens und der Aktivierung von Alternativen. Die Video-Home-Trainer gehen vor Ort und widmen sich nicht nur dem Problemfall, sondern der ganzen Familie. Gemäß der Devise "den Stärken auf der Spur" sollen die Ressourcen der Kinder, Eltern und Helfer besser genutzt werden. Das Buch gliedert sich in drei Kapitel. Entstehung, allgemeine Kriterien und Philosophie des VHT werden vorgestellt. Es folgen die methodischen Grundlagen: Verlauf, methodische Hilfsmittel zur Analyse und Ausführungen zum Medium Video. Die für das VHT wesentlichen theoretischen Grundlagen stellen die Autoren in ihrem "Eckpfeiler - Modell" vor. Das Modell enthält eine ekletische Palette theoretischer Konzepte aus den Bereichen: Ethologie (Trevarthen, Papousek - intuitive Kommunikation, Eibl-Eibesfeldt), Kommunikationswissenschaft, Pädagogik und Psychologie.

Sonstige methodische Konzepte/Aspekte:
Borchardt, Peter; Haider-Lorenz, K. u.a.: Die Familien sind der Kompaß unserer Arbeit - Lebensweltorientierung in der Sozialpädagogischen Familienhilfe. Aus: Wolf, Klaus (Hrsg.): Entwicklung in der Heimerziehung. Münster (Votum Verlag) 1995. S. 277-289
 
Der Beitrag berichtet über die Entwicklung der SPFH in einem Hamburger Stadtteil. Entstanden ist die SPFH dort aus der Kritik am erreichten Stand der Heimreform und der Forderung nach alltagsnahen und sozialräumlich angesiedelten Erziehungshilfen. Handlungsorientierung (Isolation abbauen, offene Beratungszeiten und Flexibilität), Vernetzung und professionelles Selbstverständnis werden näher beleuchtet.

Buchholz-Graf, Wolfgang: Empowerment und Ressourcenorientierung in der Familien-, Kinder- und Jugendhilfe. Zwei Konzepte, ihre Allianz und ihre Methoden. Aus: Kreuzer, Max (Hrsg.): Handlungsmodelle in der Familienhilfe. Zwischen Networking und Beziehungsempowerment. Neuwied, Kriftel (Hermann Luchterhand Verlag GmbH) 2001. S. 85-109
 
In diesem Aufsatz widmet Buchholz-Graf sich den Begriffen der Ressourcenorientierung und des Empowerments. Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Verbindungen zwischen Ressourcenkonzept und Empowerment-Perspektive werden deutlich herausgearbeitet. Beide Ansätze werden sowohl in der psychosozialen Beratung und Einzelhilfe als auch in der gemeindepsychologischen Arbeit eingesetzt. Einige Methoden der Umsetzung sind exemplarisch dargestellt.

Buchholz-Graf, Wolfgang: Zur Entwicklung der ambulanten Hilfen der Erziehung. Am Beispiel der "familienorientierten Beratung" und der "Sozialpädagogischen Familienhilfe". Aus: Kreuzer, Max (Hrsg.): Handlungsmodelle in der Familienhilfe. Zwischen Networking und Beziehungsempowerment. Neuwied, Kriftel (Hermann Luchterhand Verlag GmbH) 2001. S. 243-257
 
Buchholz-Graf fordert in diesem Artikel zum Ausbau und zur Weiterentwicklung von familienorientierter Beratung und sozialpädagogischer Familienhilfe auf. Neue, von Ressourcenorientierung und Empowerment getragene Ansätze der Familienhilfe sollen sicherstellen, dass Familien in Krisen auch erreicht werden können.

Conen, Marie Luise: Ablösung und Beendigung in der sozialpädagogischen Familienhilfe. Probleme und Perspektiven. In: Soziale Arbeit , 37. Jg. (1988), H. 8, S. 280-289
 
Überlegungen zu möglichen Ursachen eines vorzeitigen Abbruchs der Familienhilfe und zum Beenden und Abschiednehmen von Familien werden vorgestellt.

Conen, Marie-Luise: Sozialpädagogische Familienhilfe zwischen helfen und helfen zu verändern. In: Theorie und Praxis der sozialen Arbeit., 41. Jg. (1990), H. 7, S. 259-265
 
Marie Luise Conen beschreibt Ambivalenzen und Schwierigkeiten in der Arbeit der Familienhelfer, die sich auf die Veränderungsmöglichkeiten innerhalb der Familie auswirken (z.B. Koalitionen mit dem Kind, Machtkampf gegen die Eltern). Sie schildert, dass die Familien oft eine ambivalente Haltung gegenüber möglichen Veränderungen innehaben. Auch die Haltung des Familienhelfers gegenüber Veränderungen trägt maßgeblich zu Erfolg oder Misserfolg der SPFH bei. Marie-Luise Conen empfiehlt bestimmte Haltungen des Familienhelfers gegenüber ASD und Familie.

Conen, Marie-Luise: Sozialpädagogische Familienhilfe am Wendepunkt. In: Soziale Arbeit , 42. Jg. (1993), H. 9-10, S. 291-298
 
Marie Luise Conen konstatiert aufgrund ihrer Erfahrungen aus Fortbildungen und Supervisionen eine zunehmende Unzufriedenheit der Mitarbeiter der Familienhilfe bei gleichzeitig steigendem Qualifikationsniveau. Diese Unzufriedenheit resultiert nicht nur aus den unbefriedigenden Rahmenbedingungen, sondern aus dem Wunsch einer zufrieden stellenden Arbeit mit den Familien und einer kooperativen Zusammenarbeit mit anderen Mitarbeitern und Institutionen. Quasi als Lösung schlägt Frau Conen eine ressourcenorientierte Sichtweise, eine respektvolle Haltung gegenüber Klienten und mehr Zutrauen in deren eigene Kräfte vor.

Faltermeier, Josef; Kaufmann, Günther: Sozialpädagogische Familienhilfe als Gemeinwesenarbeit. Plädoyer für eine konzeptionelle Weiterentwicklung der Sozialpädagogischen Familienhilfe in der Bundesrepublik. In: Blätter der Wohlfahrtspflege, Jg. 1986, H. 1, S. 13-17
 
Interessant an diesem Artikel ist die von den Autoren vorgenommene Verbindungslinie von der Hauspflegerin (betrachtet als Vorläufer) zur Familienhelferin. Aus den Unterschieden ergibt sich das Besondere der SPFH. Familien lernen während der Sozialpädagogischen Familienhilfe, ihr Umfeld mitzugestalten. Dazu sind gewisse Kompetenzen der Familienhelfer und gewisse Arbeits- und Rahmenbedingungen der Familienhilfe unabdingbar. Nur dann kann, der Argumentation der Autoren folgend, SPFH als eigenständiges und sensibel zu handhabendes Instrument der Jugendhilfe seine Wirksamkeit voll entfalten.

Fritzsche, Brigitte; Fromm, Karin; Giese, Eckhard (Hrsg.): Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt... Beiträge zur aufsuchenden psychosozialen Arbeit mit Einzelnen und Familien. Tübingen (dgvt-Verlag) 1994. (Forum für Verhaltenstherapie und psychosoziale Praxis. 24)
 
Der vorzustellende Sammelband verfolgte Anfang der 90´er das Ziel, die Diskussion über die künftige Ausgestaltung aufsuchender psychosozialer Hilfen in einer breiteren Fachöffentlichkeit zu beleben. Die Beiträge lassen sich in sechs Themengebiete gliedern:
1. Aufsuchende psychosoziale Arbeit als Antwort auf gesellschaftliche Probleme
2. Einzelfallhilfe - ein eigenständiger Ansatz?
3. Indikation für verschiedene Hilfeformen
4. Helferinnen beschreiben ihre Arbeit
5. Einzelfall- und Familienhilfe in der Zusammenarbeit mit Institutionen
6. Qualifikation und berufliche Identität der HelferInnen.
Für in der SPFH tätige Fachkräfte besonders interessant erscheinen mir die Artikel von Horn-Wagner und Westermann, die sich mit dem Thema Kontrolle in der SPFH beschäftigen, ebenso wie der Beitrag von Fabian und Wetzels über die Familienhilfe in Bremen. Insgesamt betrachtet beleuchten die verschiedenen Aufsätze insbesondere die Situation der Familien- und Einzelhilfe in Berlin und dies überwiegend aus einer psychologischen Perspektive.

Gehrmann, Gerd; Müller, Klaus D.: Praxis Sozialer Arbeit: Familie im Mittelpunkt. Effektives Krisenmanagement für Familien. Regensburg, Berlin (Walhalla und Praetoria Verlag Gmbh & Co. KG) 2001
 
In diesem Lehrbuch wird das Konzept von "Familie im Mittelpunkt - FiM" ausführlich vorgestellt. FiM ist ein Programm zur intensiven Krisenintervention, um die Herausnahme von gefährdeten Kindern aus ihren Familien zu vermeiden und kriminellen Karrieren von Jugendlichen vorzubeugen. FiM wird seit ca. 1970 in den USA praktiziert, wurde in den Niederlanden adaptiert und entwickelt sich nun auch in Deutschland. Gehrmann und Müller stellen in ihrem Buch ausführlich konzeptionelle Grundlagen, Charakteristika und Elemente dieses Programms vor. Auswirkungen auf Soziale Arbeit und die Arbeit der Jugendämter werden angesprochen und erste Ergebnisse der Evaluationsstudie von FiM in Deutschland vorgestellt. Das Buch schildert das FiM-Konzept sehr praxisnah und enthält Arbeitshilfen und Instrumente. Eine kritische Einschätzung des Konzeptes fehlt allerdings völlig. FiM wird als innovatives, grenzenlos wirksames und sehr erfolgreiches Modell dargestellt.

Kircher, Veronica: Nähe und Distanz im helfenden Prozess. In: Jugendwohl, Jg. 1992, S.263-271
 
Dieser Aufsatz befasst sich mit dem Spannungsverhältnis von Nähe und Distanz im helfenden Prozess. Im Arbeitsfeld SPFH ist dieses Thema besonders wichtig, da die Hilfe unmittelbar und weitreichend in das Privatleben der Klienten/innen eingreift. Reflexion ist deshalb ein unverzichtbares professionelles Hilfsmittel.

Nicolay, Joachim: Das Konzept der Nachsozialisierung in der Sozialpädagogischen Familienhilfe. In: Jugendwohl, Jg. 1992, S. 283-290
 
Bei Familien in langfristigen strukturellen Krisen scheitert häufig der Ansatz einer Hilfe zur Selbsthilfe. Hieraus ergibt sich die Frage, wie die Kinder und Jugendlichen durch die SPFH-Fachkraft im Rahmen der Arbeit gefördert werden können. An dieser Stelle greift das Konzept der Nachsozialisierung von Nicolay, dass in diesem Artikel vorgestellt wird. Mit Bezug zur Resilienzforschung beschreibt Nicolay die Bedingungen, unter denen die Fachkraft zu einer wichtigen Bezugsperson für die Kinder werden soll. Die Nachsozialisierung ist als Form systemischen Handelns mit den Zielen der Integration und Förderung der ganzen Familie vereinbar. Die Realisierung des Konzeptes ist an organisatorische Rahmenbedingungen geknüpft.

Nicolay, Joachim: Wege zu konstruktiver Zusammenarbeit: Motivation und Motivierung in der Sozialpädagogischen Familienhilfe. In: Neue Praxis, Jg. 1993, H. 3, S. 259-273
 
J. Nicolay geht in diesem Aufsatz der Frage nach, unter welchen Voraussetzungen die SPFH zum Nutzen von Familien in besonders schwierigen, vielschichtigen und langfristigen Krisensituationen tätig werden kann. Das Gelingen der Beziehung zwischen Familie und Familienhelfer ist grundlegende Voraussetzung für die nachfolgende Zusammenarbeit. Der Artikel beschreibt daher beispielhaft einen günstigen Prozessverlauf zur Entwicklung von Vertrauen und Bereitschaft zur Zusammenarbeit und stellt Misstrauen bestätigende und Vertrauen fördernde Haltungen zusammen.

Nicolay, Joachim: Integratives Handeln in der Sozialpädagogischen Familienhilfe. In: Neue Praxis, Jg. 1998, H. 3, S. 259-273
 
Nicolay stellt ein integratives Handlungskonzept für die Arbeit mit mehrfach belasteten Familien in Krisensituationen vor.

Nicolay, Joachim: Ko-respondenz. Ein Beitrag zu einer Theorie des Handelns in der Sozialpädagogischen Familienhilfe. In: Neue Praxis, 26. Jg. (1996), S. 202-216
 
In der Einleitung konstatiert Nicolay, dass die SPFH sich bisher in zwei Phasen entwickelt hat: anfangs als Form lebenspraktischer Hilfe, neuerdings durch den Einzug systemischen Denkens in die SPFH. Aber die "theoretische Klärung der Spezifität des Handelns in der Familienhilfe hat bis heute nicht stattgefunden." (S.203). Diesem Missstand abzuhelfen bemüht sich der Autor in seinem Artikel. Sein Beitrag zur Theorie des Handelns in der SPFH bezieht sich auf ein Konzept von H. Petzold, das so genannte "Ko-respondenzmodell". Dieses Modell zielt auf die "Widerherstellung von Integrität und die Überwindung von Lebensformen, die durch Entfremdung und Sinnverlust gekennzeichnet sind" (S.203). Mit Bezug auf das Modell beschreibt Nicolay im Folgenden diese Dimensionen des Handelns in der Sozialpädagogischen Familienhilfe:
- die Gestaltung der Beziehungen zwischen Familienhelferinnen und Familien unter dem Anspruch von Intersubjektivität,
- die Initiierung und Strukturierung eines Prozesses "gemeinschaftlicher Hermeneutik" am Beispiel der Zielfindung und
- den für ein Handeln in Ko-respondenz relevanten Bezugsrahmen.

Rothe, Marga: Sozialpädagogische Familien- und Erziehungshilfe. Eine Handlungsanleitung. Stuttgart, Berlin, Köln (W. Kohlhammer GmbH) 1990
 
Marga Rothe handelt in ihrem Buch ab, wo, von wem und wie Familien- und Erziehungshilfe geleistet werden kann. Die langjährigen Erfahrungen mit der SPFH in der Arbeitsgemeinschaft sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher in Heidelberg bilden die Grundlage des Buches. Das von Marga Rothe entwickelte Handlungskonzept für die Arbeit mit Familien ist stark therapeutisch orientiert (gedankliche Grundlagen der initiatischen Therapie von Karlfried Graf Dürckheim, Logotherapie von Viktor Frankl, positive Psychotherapie nach Nossrat Peseschkian und systemorientierter Familienarbeit nach N. Selvini-Palazzoli). Sie gibt Beispiele für Übergabeberichte, diagnostisches Instrumentarium, Selbsthilfeplan und Soziotop, die gemeinsam mit der Familie erstellt werden sollen und dieser zur Klärung ihrer Situation helfen.

Rothe, Marga: Das Neue an den "Families First" Ansätzen. Kritisches und Selbstkritisches aus dem Blickwinkel der Sozialpädagogischen Familienhilfe. In: Forum Erziehungshilfen, Jg. 1996, H. 5, S. 225-229
 
Marga Rothe arbeitet in diesem Artikel überzeugend die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen "Families First" Ansätzen und Sozialpädagogischer Familienhilfe heraus. Die Autorin vertritt die Auffassung, dass diese Ansätze eine gelungene Ergänzung zur SPFH (im Vorfeld der SPFH) sein können. Neu ist der Ansatz ihrer Meinung nach nicht, sondern er ist das, was zu Beginn einer SPFH in der Intensivphase praktiziert wird.

Salmen, Bernhard: Ohnmacht und Grandiosität. Psychodynamische Aspekte der Arbeit mit einem 9-jährigen Jungen im Rahmen der sozialpädagogischen Familienhilfe. Mainz (Matthias-Grünewald-Verlag) 1995
 
Der Autor schildert in diesem Buch ausführlich ein Fallbeispiel aus seiner Arbeit als Familienhelfer in Offenbach. Das zugrunde liegende theoretische Modell ist die Psychoanalyse. Bei der Analyse der Arbeit mit dem sozial auffälligen Michael werden in diesem Buch in erster Linie die Ohnmachtserfahrungen und die damit verbundenen Allmachtswünsche und Größenphantasien (Grandiosität) Michaels dargestellt. Theoretische Aspekte zum Bild der narzistischen Störungen (Balint, Kohut, Kernberg, Henseler, Grunberger und Winnicott) werden vom Autor referiert und diskutiert. Als Ergebnis dieser Diskussion lassen sich die Auswirkungen narzistischer Störungen als "Selbstvergewisserungsversuche" verstehen, die darauf abzielen, das bedrohte Selbst zu erhalten und zu schützen. Da im Fallbeispiel hauptsächlich das Beziehungsgeschehen zwischen Familienhelfer und Michael reflektiert wird, entsteht beim Leser leicht der Eindruck es handele sich eher um ein Fallbeispiel für eine Erziehungsbeistandschaft als für eine SPFH.

Schuster, Eva Maria: Die weibliche Front gegen den Vater. Kritische Überlegungen zur Gefahr der Ausgrenzung des Vaters in der Sozialpädagogischen Familienhilfe. In: Sozialmagazin, 17. Jg. (1992), H. 11, S. 46-49
 
Eva Maria Schuster beschäftigt sich in diesem Aufsatz mit der Rolle der Ehemänner oder neuen Partner allein erziehender Mütter in der Sozialpädagogischen Familienhilfe. Sehr oft handelt es sich in der Praxis bei der SPFH um eine Hilfsform für Frauen und Kinder. Väter oder Erziehungspartner tauchen nur am Rande auf. Oft sind es die Mütter, die den Wunsch nach Unterstützung und Hilfe äußern. Die Ausgangssituation des Vaters gestaltet sich oft anders als die der Mutter. Schnell entsteht dadurch eine Koalition der Familienhelferin mit der Mutter, das Rollengefüge innerhalb der Familie verändert sich zu Ungunsten des Vaters. Die Ausgrenzung des Vaters beinhaltet die Gefahr des Abbruchs der Hilfe. Damit es nicht soweit kommt, zeigt die Autorin Möglichkeiten zur Aufhebung der Ausgrenzung auf. Diese bestehen im Einsatz von zwei Familienhelfern, einer Frau und einem Mann.

Wolf, Klaus: Ermutigung in der Sozialpädagogischen Familienhilfe. In: Jugendhilfe, Jg. 2001, H. 4, S. 206-211
 
Der Autor geht in diesem Artikel der Frage nach, wie Erfahrungen von Entmutigungen und Kontrollverlust durch sozialpädagogische Prozesse mit dem Ziel von Ermutigung und Rückgewinnung von Kontrolle beeinflusst werden können. Er stützt sich auf narrative Interviews die in einem Forschungsprojekt zur SPFH der Fachhochschule Neubrandenburg geführt wurden. Die in den Interviews geschilderten Prozesse werden durch die Anwendung theoretischer Kategorien von Flammer zu Arten der Kontrolle analysiert. Damit wird es möglich, Interventionsziele im Verlauf des SPFH - Prozesses genauer abzuschätzen, Verhaltensweisen von Klienten angemessen zu dechiffrieren und sozialpädagogische Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.

 
Kritik:
Enders, Ursula: Sozialpädagogische Familienhilfe. Fortschritt oder Rückschritt der Jugendhilfe? Aus: Karsten, Maria Eleonore; Otto, Hans Uwe (Hrsg.): Die sozialpädagogische Ordnung der Familie. Beiträge zum Wandel familialer Lebensweisen und sozialpädagogischer Interventionen. Weinheim, München (Juventa) 1987. (Edition Soziale Arbeit) S. 171 - 186
 
Ursula Enders wirft einen kritischen Blick auf die sich entwickelnde Sozialpädagogische Familienhilfe. Sie beanstandet, das die SPFH oft hauswirtschaftlich ausgerichtet ist, der Familienhelfer oft als Freund und Helfer der Familie agiert und nicht als Professioneller und spricht Finanzierungsprobleme an. Im Anschluss befasst der Beitrag sich mit der Praxis der Organisationsstrukturen, Alltagsbelastungen und Arbeitsweisen und der Lebenswelt der Familien. Enders beanstandet, das der SPFH ausschließlich als Möglichkeit der Kostenersparnis Bedeutung beigemessen wird. Sie fordert, die Interessen der Familien stärker zu beachten und sich mit Zielen und Methoden neuer Formen der Zusammenarbeit auseinander zu setzen.

Peters, Friedhelm: Zur Kritik der Sozialpädagogischen Familienhilfe. oder: Erleben wir derzeit die "zweite Geburt" der modernen Sozialarbeit? In: Widersprüche, Jg. 1990, S. 29-49
 
Friedhelm Peters befasst sich kritisch mit der Sozialpädagogischen Familienhilfe. Er weist auf die mit der SPFH einhergehende Refamilialisierung der Jugendhilfepolitik die "eine bislang nicht gekannte Möglichkeit der Ausdehnung sozialer Kontrolle" (S.29) eröffnet und als "Bestandteil eines übergreifenden Prozesses der Sozialdisziplinierung" (ebd.) einhergeht hin. Mit der SPFH wird nicht nur die "Familie" in ihrer traditionellen Form ideologisch abgesichert, hinzu kommt noch die direkte Unterstellung der Familien unter staatliche Kontrolle. Wie schon dem Untertitel zu entnehmen ist, ist Peters Argumentation auch eine historische. Er zieht in seinem Beitrag Parallelen von der Geburt der modernen Sozialarbeit im 19. Jahrhundert zur Entwicklung der SPFH zu Beginn der 90`er Jahre des letzten Jahrhunderts. Sehr interessant ist Peters Beweisführung zur Begründung der SPFH als präventive Jugendhilfe. Im zweiten Teil des Artikels befasst Peters sich mit einigen Gründen für die breite Akzeptanz der SPFH:
"1. Die Interessen von SozialpädagogInnen und PolitikerInnen treffen sich in dem Punkt, dass Heimerziehung vermieden werden soll
2. Die SPFH trifft auf einen übergreifenden Trend von Individualisierung, De-Institutionalisierung und Ambulantisierung
3. Mit "Familie" sind nach wie vor zahlreiche Hoffnungen verbunden
4. Die SPFH entspricht dem Selbstverständnis vieler Sozialarbeiter/SozialpädagogInnen
5. Der institutionalisierte Arbeitszusammenhang legt es nahe, familienzentriert und einzelfallorientiert zu arbeiten, zumal andere handlungsorientierende Perspektiven
fehlen
6. Mit der SPFH lassen sich zahlreiche Ressourcen und neue Stellen legitimieren" (S. 41-45)

 
Weitere Veröffentlichungen im Kontext SPFH
Berse, Elisabeth: Zielgruppen der Sozialpädagogischen Familienhilfe - Erfahrungen in einer Großstadt. In: Jugendwohl, Jg. 1992, S. 291-296
 
In diesem Artikel stellt Elisabeth Berse anhand statistischer Daten die Zielgruppe der SPFH, die vom SKM Köln Sozialpädagogische Familienhilfe erhält, vor.

Beywl, Wolfgang; Kammerichs, Bettina: Potentiale praxisorientierter Evaluation in der Sozialen Arbeit. Werkstattbericht einer Untersuchung zur Sozialpädagogischen Familienhilfe. In: Forum Erziehungshilfen, Jg. 1996, H. 3, S. 107-112
 
Die Autoren beschreiben die Arbeitsschritte eines Evaluationsprozesses zur SPFH in einer mittelgroßen Stadt. Besonderes Augenmerk liegt auf der Notwendigkeit, die Methodik den konkreten Bedingungen des Feldes anzupassen und in der Kombination von Fremd- und Selbstevaluation.

Golz, Angelika: Indikation für sozialpädagogische Familienhilfe. Welches Angebot will Familienhilfe darstellen? In: Soziale Arbeit , 42. Jg. (1993), S. 299-301
 
Angelika Golz befasst sich in ihrem Artikel mit Indikationen für Familienhelfereinsätze, diskutiert mögliche Ausschlussgründe und folgert, dass SPFH unter bestimmten Bedingungen ein Angebot für jede "hilfebedürftige" Familie sein kann.

Gruppe SPFH der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe e.V. - Chemnitz: Sozialpädagogische Familienhilfe in freier Trägerschaft. In: Jugendhilfe, 33. Jg. (1995), S. 218-224
 
Die Gruppe SPFH der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe e.V. Chemnitz stellt in diesem Artikel ihre Arbeit in der Sozialpädagogischen Familienhilfe vor.

Haller, Reinhold: Sozialpädagogische Familienhilfe - Zur Inflation eines Begriffes. In: Unsere Jugend, Jg. 1987, H. 6, S. 226-229
 
Ein Plädoyer für den Einsatz von Sozialpädagogen/innen in der SPFH. Haller kritisiert die gravierenden Differenzen der fachlichen Qualifikation der in der SPFH Tätigen. Er fordert eine Abgrenzung der SPFH gegenüber Psychologisierung und Therapeutisierung und ein Entgegenwirken der Inflation des Begriffes "sozialpädagogisch".

Heinze, Hannelore: Koordinationsmodell der Familienhilfe aus der Sicht einer Fachkoordinatorin der Jugendhilfe. In: Soziale Arbeit , 42. Jg. (1993), S. 301-305
 
Die Autorin stellt das Modell der Fachkoordination der SPFH, bestehend aus drei Punkten (Koordinationsmodell; theoretischer Hintergrund des Konzepts; Zusammenspiel von Helfer- und Klientsystem, Schnittstelle für eine übergeordnete Fachkoordination beim Amt) beim Jugendamt Wedding (Berlin) vor.

Helming, Elisabeth: Sozialpädagogische Familienhilfe. Prävention durch intensive Arbeit mit Familien. In: Diskurs, Jg. 1995, H. 1, S. 23-32
 
Anhand der im Forschungsprojekt "Sozialpädagogische Familienhilfe in Bayern" (1990-1993) erhobenen qualitativen und quantitativen Daten stellt Elisabeth Helming die SPFH vor. Sie geht dabei auf Strukturmerkmale, Organisationsformen, SPFH als Prävention, Zielgruppe und Tätigkeitsbereiche dieser intensivsten ambulanten Hilfe ein.

Helming, Elisabeth: Sozialpädagogische Familienhilfe - als Beispiel sozialer Arbeit mit armen Familien. Aus: Kamensky, Jutta; Heusohn, Lothar; Klemm, Ulrich (Hrsg.): Kindheit und Armut in Deutschland. Beiträge zur Analyse, Prävention und Intervention. Ulm (Klemm & Oelschläger) 2000.
S. 108-129

 
Elisabeth Helming befasst sich in diesem Aufsatz mit Armut und SPFH und beschreibt die Entstehung der Sozialpädagogischen Familienhilfe als Antwort der Sozialen Arbeit auf Armut. Anschließend beschreibt sie, wie systemische Konzepte, Ressourcenorientierung und Empowerment die Arbeit der Familienhelfer gestalten.

Helming, Elisabeth: Sozialpädagogische Familienhilfe - Eine Zwischenbilanz. In: Theorie und Praxis der sozialen Arbeit., Jg. 2000, H. 1, S. 9-15
 
Dieser Artikel erschien in "Theorie und Praxis sozialer Arbeit" in der Rubrik "Das Besondere Fachthema". Exponierten Vertretern des Fachbereiches wird hier Gelegenheit zu einer fachpolitischen Gesamtbewertung gegeben. In den Mittelpunkt des Artikels rückte Elisabeth Helming die Ambivalenzen und Widersprüche dieser Hilfeform:
- Verhältnis der Arbeit am Einzelfall zu Gemeinwesenarbeit und sozialpolitischem Einmischen
- Verhältnis Fremdhilfe - Selbsthilfe
- Ausgangspunkt: Defizit einer dem Wohl des Kindes nicht gewährleisteten Erziehung steht Anspruch einer konsequenten Ressourcenorientierung in der Arbeit gegenüber
- Verhältnis von Autonomie der Familie und Vernetzung/Integration in umgebende soziale Systeme
- Spannungsverhältnis zwischen Vorstellungen der Expert/Innen der verschiedenen Institutionen und den jeweiligen individuellen bzw. familiären Glaubenssystemen und Lebensentscheidungen
- Zwiespalt zwischen Anspruch des Familienhelfers an die Familie, sich zu verändern und der Veränderungsbereitschaft der Familie selber
- Prävention und Intervention
- Freiwilligkeit
- Balance von Distanz und Nähe
- Vereinnahmung durch Familien.

Helming, Elisabeth: Sozialpädagogische Familienhilfe - Hilfe zur Selbsthilfe für arme Familien. Aus: Klocke, Andreas; Hurrelmann, Klaus (Hrsg.): Kinder und Jugendliche in Armut. Wiesbaden (Westdeutscher Verlag) 2001. S. 334-358
 
Der Aufsatz von Elisabeth Helming befasst sich in kurzer, aber trotzdem detaillierter Weise mit folgenden Themen:
- grundlegende Merkmale von Sozialpädagogischer Familienhilfe
- Zielgruppe
- Sozialpädagogische Familienhilfe in Armutsfamilien
- Arbeitsansätze in der Sozialpädagogischen Familienhilfe
- Organisationsformen
- Ambivalenzen und Spannungsfelder
- Empowerment als konzeptionelle Basis von Sozialpädagogischer Familienhilfe
Die Darstellung basiert auf den Ergebnissen zweier Forschungsprojekte des DJI (SPFH in Bayern und SPFH in der BRD).

Hoyer, Hans-Dieter: Sozialpädagogische Familienhilfe nun auch in den ostdeutschen Bundesländern - einige Erkenntnisse, Erfahrungen und Problemstellungen. In: Jugendhilfe, 30. Jg. (1993), H. 8, S. 26-31
 
Der Autor reflektiert einen von ihm selbst in einem Ostberliner Stadtbezirk durchgeführten SPFH-Fall.

Jaeger, Gerhard Samuel: Universalrezept Sozialpädagogische Familienhilfe? Anmerkungen zu Profil und Position einer Hilfe zur Erziehung.
In: Jugendhilfe, Jg. 1992, S. 340-350
 
Jaeger stellt in seinem Artikel etwas provokant die Eingangsfrage, ob Sozialpädagogische Familienhilfe das Universalrezept der Hilfen zur Erziehung sein kann. Um diese Frage zu beantworten, betrachtet er die gegenwärtige Situation junger Menschen und Familien in Ostdeutschland, das Angebots- und Leistungsprofil der SPFH, den Zielgruppen, rechtlichen Grundlagen, sozialpädagogischen Aufgaben sowie die Konzepte und Standards der SPFH. Schließlich stellt er fest, dass SPFH nicht die, sondern eine der Hilfen zur Erziehung ist.

Kamensky, Jutta; Heusohn, Lothar; Klemm, Ulrich (Hrsg.): Kindheit und Armut in Deutschland. Beiträge zur Analyse, Prävention und Intervention. Ulm (Klemm & Oelschläger) 2000
 
Dieser Sammelband beinhaltet Tagungsbeiträge zum Thema "Reiches Land - Arme Kinder" und rückt die zunehmende Armut von Kindern in den Blick. Veranstalter der 1999 stattfindenden Tagung waren die Ulmer Volkshochschule und der Kinderschutzbund Ulm/Neu-Ulm in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Medizinische Psychologie der Universität Ulm. Ursachen und Ausmaß, Erscheinungen und Folgen sowie Bewältigungsstrategien von Kinderarmut werden vorgestellt.

Karsten, Maria Eleonore; Otto, Hans Uwe (Hrsg.): Die sozialpädagogische Ordnung der Familie. Beiträge zum Wandel familialer Lebensweisen und sozialpädagogischer Interventionen. Weinheim, München (Juventa) 1987. (Edition Soziale Arbeit)
 
Der Sammelband befasst sich mit dem familialen Wandel und seinen Auswirkungen. Einige Aspekte des Wandels werden näher betrachtet (bürgerliche Familie, Familienkultur, Mutterliebe), Probleme und Krisenphänomene benannt (Individualisierung, Gewalthandeln in Familien, nichteheliche Lebensgemeinschaften, Frauenpolitik und Familienperspektive, "arme" Familien) und die sozialpädagogischen Interventionsformen darauf dargestellt (SPFH, Familientherapie).

Kinderschutz-Zentrum Berlin e.V. (Hrsg.): Risiken und Ressourcen. Vernachlässigungsfamilien, kindliche Entwicklung und präventive Hilfen. Gießen (Psychosozial-Verlag) 1996. (Edition psychosozial)
 
Die Texte des Sammelbandes sind Vorträge, die auf der Fachtagung "Risiken und Ressourcen. Vernachlässigungsfamilien, kindliche Entwicklung und präventive Hilfen" im Dezember 1995 in Berlin gehalten wurden. Die Beiträge behandeln nicht speziell das Thema SPFH, befassen sich jedoch mit Themen die für
SPFH-Fachkräfte in ihrer täglichen Arbeit von Belang sind. So enthält der Band beispielsweise Überlegungen zum Kontext und den konzeptionellen Grundlagen aufsuchender Familienberatung, einen theoriegeleiteten Rahmen zum Verständnis aufsuchender Familienberatung, theoretische Perspektiven der neueren Bindungstheorie und Probleme von Helfern und Hilfesystemen in der Arbeit mit "Vernachlässigungsfamilien".

Kühl, Wolfgang: Kompetenzentwicklung der Sozialpädagogischen Familienhilfe in den neuen Bundesländern. In: Neue Praxis, Jg. 1997, H. 2,
S. 154-168
 
Wolfgang Kühl beschreibt die Entwicklung der SPFH in den neuen Bundesländern in drei Phasen.

Kühl, Wolfgang; Pastäniger-Behnken, Claudia: Prozeßqualität durch Supervision. Interviews mit Sozialpädagogischen FamilienhelferInnen in Thüringen. In: Jugendhilfe, 37. Jg. (1999), S. 164-171
 
Der Artikel berichtet in Kurzform von den Ergebnissen einer Studie zu Supervisionserfahrungen von Sozialpädagogischen FamilienhelferInnen in Thüringen.

Merchel, Joachim: Qualitätskriterien und Qualitätsentwicklung in der Sozialpädagogischen Familienhilfe. In: Jugendhilfe, Jg. 1998, H. 1, S. 16-31
 
Merchel erarbeitet ein Profil der Qualitätsanforderungen für die Sozialpädagogische Familienhilfe. Zunächst spricht er zwei wesentliche Rahmenbedingungen an, die die Qualitätsfrage in der SPFH mitbestimmen. 1. Die Frage, ob die SPFH eine organisatorisch eigenständige und spezialisierte Hilfe ist oder als Teil integrierter Erziehungshilfen betrachtet werden muss. 2. Die Frage der Wechselbeziehung von der Qualität der SPFH und der Qualität des vorausgegangenen Hilfeplanungsprozesses. Danach stellt er die Qualitätsanforderungen an die SPFH vor. Merchel greift dabei auf die von Donabedean geprägte Differenzierung des Qualitätsbegriffes in Strukturqualität, Prozessqualität und Ergebnisqualität zurück. Sehr schön dargestellt sind in dem Artikel die kontrovers diskutierten Aspekte der Prozessqualität (z.B. Stellenwert therapeutischer Ansprüche und Methoden oder die Ausgrenzung bestimmter Problemkonstellationen). Eine offensive Qualitätsdebatte in der SPFH ist notwendig, angesichts des Selbstverständnisses und der Dynamik künftiger Profilierung der Hilfe und hinsichtlich der Situation der öffentlichen Haushalte.

Merchel, Joachim; Schone, Reinhold: Qualitätskriterien für ambulante Erziehungshilfen. Aus: Merchel (Hrsg.): Qualität in der Jugendhilfe. Kriterien und Bewertungsmöglichkeiten. Münster: Votum 1998, S. 221-243
 
Merchel und Schone befassen sich in ihrem Beitrag mit Qualitätskriterien ambulanter Erziehungshilfen. Die Autoren befürworten flexible, integrierte Organisationsformen der Erziehungshilfe und formulieren die Qualitätskriterien dementsprechend übergreifend für familienorientierte und jugendlichenorientierte Ansätze (klassisch SPFH und Erziehungsbeistandschaft). Sie weisen auf das Wechselverhältnis von Qualität der Hilfe und Qualität der Hilfeplanung hin und entwickeln Qualitätskriterien hinsichtlich Struktur-, Prozeß- und Ergebnisqualität.

Quitmann, Joachim; Rauch, Petra: Familiale Lebenswelten als Interventionsort Sozialpädagogischer Familienhilfe - Reflexionen über einen Handlungsansatz ambulanter erzieherischer Jugendhilfe. Aus: Karsten, Maria Eleonore; Otto, Hans Uwe (Hrsg.): Die sozialpädagogische Ordnung der Familie. Beiträge zum Wandel familialer Lebensweisen und sozialpädagogischer Interventionen. Weinheim, München (Juventa) 1987. (Edition Soziale Arbeit)
S. 143-170
 
In diesem Aufsatz betrachten die Autoren "die Entwicklung und Einordnung Sozialpädagogischer Familienhilfe in der Zusammenschau von soziologischen Erkenntnissen über Familienentwicklung mit der Verrechtlichung des familialen Binnenraumes und der Entwicklung von Sozialpädagogik/-arbeit zu verstärkt lebensweltbezogenen Ansätzen" (S. 144). Dabei wird auf die Punkte
- externe und interne Belastungen von Familien
- Recht und sozialpädagogische Familienhilfe
- Sozialpädagogische Familienhilfe als neue Form im Interventionsrepertoire von Sozialpädagogik/ - arbeit
- Familienstruktur und familiale Probleme
- strukturelle Bedingungen von Familienhilfe
- Lebensweltbezug von Familienhilfe
- Handlungsebenen von Familienhilfe
näher eingegangen.

Richeterich von Laufen, Lukas: Praxis und Theorie der sozialpädagogischen Familienhilfe. Ein Beitrag aus klinisch-psychologischer Perspektive. Basel (Oberli Druck) 1993
 
Die vorliegende Dissertation gliedert sich in vier Teile. Der erste Teil beinhaltet die Evaluation des Projektes "Sozialpädagogische Familienbegleitung" der Beratungsstelle SLW für Jugend- und Familienfragen in Basel, in dem der Autor auch selbst tätig war. Im zweiten Teil schlägt Richterich von Laufen ein Modell vor, das als Handlungsgrundlage für die Organisation und praktische Durchführung von SPFH dienen kann. Er geht davon aus, das SPFH als psychosoziale Interventionsform zwei Arbeitsbereiche umfasst: die Arbeit in und mit der Familie sowie die Arbeit um die Familie (Koordination von Familie und Helfersystem durch Fachperson). Bevor Zusammenfassung und Leitfaden zur Kurzinformation das Buch beschließen, wird im dritten Teil anhand von Fallbeispielen gezeigt, wie die praktische Umsetzung des Modells aussehen kann.

Schattner, Heinz: Sozialpädagogische Familienhilfe. Zwischen amtlicher Statistik und empirischer Sozialforschung. Aus: Rauschenbach, Schilling (Hrsg.): Die Kinder- und Jugendhilfe und ihre Statistik. Band II: Analysen, Befunde und Perspektiven. Neuwied (Luchterhand) 1997. S. 183-200
 
Schattner arbeitet in seinem Aufsatz den Aussagewert und die Nutzungsmöglichkeiten der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik am Beispiel der SPFH heraus.

 
Stephan, Heinz: Sozialpädagogische Familienhilfe in Hannover - katamnestische Untersuchung. Marburg (Tectum Verlag) 1995
 
Der Autor war maßgeblich am Aufbau der sozialpädagogischen Familienhilfe in Hannover beteiligt. In seiner Dissertation befasst er sich mit der Frage, ob und in welchem Ausmaß sich die SPFH bisher bewährt hat und welche Bedingungen zu einem möglichst großen Erfolg führen. Mit dem Verfahren der Aktenanalyse wurden Familien untersucht, die in den Anfangsjahren der SPFH in Hannover diese Form der Hilfe erhielten (1986 und 1987). Außerdem wurde erhoben, welche weiteren Hilfen diese Familien nach der SPFH bis 1993 erhielten. Stephan kommt zu dem Ergebnis, das 60 % aller untersuchten SPFHs erfolgreich verliefen. In Kapitel 4 gibt er Praxisempfehlungen für Jugendämter. Diese beziehen sich auf die Voraussetzungen für einen SPFH- Einsatz und die Hilfeplanung. Im Anhang sind 16 Fallberichte enthalten.

Stephan, Heinz: Sozialpädagogische Familienhilfe. In: Unsere Jugend, 49. Jg. (1996), H. 9, S. 381-385
 
Der Artikel von Stephan Heinz bietet einen Überblick zum Thema SPFH. Zielgruppe, Indikationen, Aufgaben, Organisationsformen, personelle Anforderungen, Handlungsansätze und Hilfeplanung werden skizziert, bevor der Autor über die SPFH in Hannover berichtet.

Terbuyken, Gregor: Klinische Aspekte in der Familienhilfe. In: Blätter der Wohlfahrtspflege, Jg. 1998, S. 184-186, zum Download unter: www.gregor.terbuyken.net/klinische_aspekte.pdf
 
Terbuyken möchte in seinem Artikel Anmerkungen zum Verhältnis klinischer und sozialarbeiterischer Perspektiven in der Familienhilfe vorstellen.